Vom Aufwachen

Ich sehne mich danach, von dir geweckt zu werden. Vollkommen nackt kniest du über meinem Gesicht, auf der Eichel deines harten Schwanzes glitzert ein Lusttropfen. Während ich noch verschlafen blinzle, schiebst du dich langsam, aber bestimmt, zwischen meine Lippen. Immer tiefer tauchst du in meinen Mund ein. Als du den Widerstand hinten, in meinem Rachen, überwindest, nimmst du mir die Luft. Mein Körper verkrampft sich. Du spürst es und stöhnst genüsslich. Zu wissen, dass ich dir nicht ausweichen, meinen Kopf nicht wegziehen kann, weil er von dir, deinem Schwanz, bereits tief in die Matratze gedrückt wird, gefällt dir.
Als du den tiefsten Punkt in mir erreichst, hältst du inne.
Wartest.
Spürst das Zucken, das in Wellen durch meinen Körper läuft.
Nimmst förmlich überdeutlich wahr, wie ich unwillkürlich, aber dafür sehr bereitwillig, meine Schenkel spreize.
Du lächelst in dich hinein. Weißt, dass du mich jetzt an dem Punkt hast, an dem du mich haben wolltest. Alle Widerspenstigkeit ist, …

Von der Asche

„Der blaue Himmel ist zum farbigen Pappdeckel einer Spielesammlung geworden. Wenn das alles ein Spiel ist, sind wir verloren. Wenn nicht - erst recht.“

(Juli Zeh: Spieltrieb)

„Ich will dich benutzen.“, hat er einmal gesagt. „Warum benutze ich dich nicht einfach und werfe dich weg, wenn ich mit dir fertig bin?“. Ich musste mir auf die Lippen beißen und ein provokatives Lächeln unterdrücken. „Weil du das nicht kannst.“, hätte ich am liebsten gesagt und eine Augenbraue nach oben gezogen, „Immerhin gehören zum Benutzen wenigstens zwei Menschen. Einer, der benutzt und einer, der sich benutzen lässt.“ Zu diesem Zeitpunkt glaube ich noch, niemand zu sein, der sich benutzen lässt. Ich werde viel Zeit benötigen, um mir eingestehen zu können, dass ich ein falsches Bild von mir habe.

Er bringt mich regelmäßig dazu, meine Grenzen auszuweiten, wenn nicht ganz zu brechen, und ich befriedige seinen Hunger in solch kleinen Dosen, dass er gerade nicht daran zugrunde geht und seine Lust ihm permanent erhalten bleibt. Wir treten so lange auf der Stelle bis unsere Beine irgendwann ganz schwer werden. Deshalb gestalten sich notwendige Schritte nach vorne, um auf den anderen zuzugehen, zunehmend schwieriger. Lieber bestrafen wir uns gegenseitig. Dass das nicht gerade gesund ist, bezeugen unsere verbrannten Hände. Das Spiel mit dem Feuer fordert seinen Preis. Und weil wir es nicht besser wissen, nennen wir all das Liebe und zeigen mit den Finger auf den jeweils anderen. Personifizierte Schuld.

Eines Tages halte ich den Schmerz, den er mir zufügt, nicht mehr aus. Ich fange damit an, jegliches Restgefühl von Zuneigung, das ich in mir finde, systematisch auszulöschen. Dass ist der Grund dafür, dass ich die Verletzungen zähle. Sie mir einpräge. Mehr noch: sie einfordere. Ich bringe ihn dazu, mir detailreich vom Sex mit Jana zu erzählen. Liege Nachts wach, während ich weiß, dass er sie vögelt und gebe mich meiner Phantasie hin. Lasse mir ein ums andere Mal zu erzählen, dass er sie liebt.
Dass er unsere Liebe für größer hält, halte ich für eine Lüge. Aber es erklärt zumindest, warum sich unterdessen sein Glaube daran, dass ich unverlierbar bin, nur vertieft.

Anfangs warne ich ihn noch. Davor dass unsere Beziehung kein gutes Ende finden wird. Dennoch schlägt er alles, was ich sage, in den Wind. Ich rufe, flüstere, schreibe, spreche, streichle ihm die Warnungen in die Haut. Aber er poltert so laut, dass er meine Worte nicht einmal dann mehr hört, wenn ich sie mir in die Haut hineinschneide. Um den Flächenbrand, der in mir wütet und alles, was sich ihm entgegenstellt, auffrisst, unter Kontrolle zu bringen. Mit allen mir zur Verügung stehenden Mitteln, einem Übermaß an Kraft und Willensstärke, halte ich mich davon ab, ihm wehzutun. Richte stattdessen jedes Gefühl auf mich selbst. So lange bis ich mich leer fühle und schließlich ganz verstumme. Womit ich jetzt noch glänze, ist schwarze Asche. Ich habe mich verloren. Vergessen, wer ich bin und sein wollte. Den Mann, der vor mir steht, erkenne ich auch nicht wieder. Irgendeinen Sinn wird das schon haben.

Kommentare

  1. grab dich endlich daraus, muschelmädchen. lass dich mal lieben.

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    1. Ich schätze, das Ausgraben wird leider noch ein wenig dauern und sicher wird das nicht der letzte Post dazu sein. Davon abgesehen, dass er einen aktuellen Anlass hat, gehöre ich zu den Menschen, die so genau wie möglich verstehen müssen, was passiert ist, um loslassen zu können. Und zu verstehen gibt es wohl noch viel.

      Bei dir hört sich das so einfach an: sich mal lieben lassen.
      Umgekehrt finde ich das sehr viel leichter: einfach lieben.

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    2. es hört sich vielleicht einfach an, ist es aber nicht. auch umgekehrt einfach lieben fällt mir zumindest sehr schwer.
      dann drücke ich dir die daumen, dass du zumindest schon mal den sand in deiner umgebung etwas lockerst..als muschel schaffst du das;-)

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    3. [ großartige Antwort, Frau Würfelzucker^^]

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    4. Ich werde mal versuchen, den Sand zu lockern. Aber mit ein wenig Zeit wird mir das schon gelingen... ;-)

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