Vom Aufwachen

Ich sehne mich danach, von dir geweckt zu werden. Vollkommen nackt kniest du über meinem Gesicht, auf der Eichel deines harten Schwanzes glitzert ein Lusttropfen. Während ich noch verschlafen blinzle, schiebst du dich langsam, aber bestimmt, zwischen meine Lippen. Immer tiefer tauchst du in meinen Mund ein. Als du den Widerstand hinten, in meinem Rachen, überwindest, nimmst du mir die Luft. Mein Körper verkrampft sich. Du spürst es und stöhnst genüsslich. Zu wissen, dass ich dir nicht ausweichen, meinen Kopf nicht wegziehen kann, weil er von dir, deinem Schwanz, bereits tief in die Matratze gedrückt wird, gefällt dir.
Als du den tiefsten Punkt in mir erreichst, hältst du inne.
Wartest.
Spürst das Zucken, das in Wellen durch meinen Körper läuft.
Nimmst förmlich überdeutlich wahr, wie ich unwillkürlich, aber dafür sehr bereitwillig, meine Schenkel spreize.
Du lächelst in dich hinein. Weißt, dass du mich jetzt an dem Punkt hast, an dem du mich haben wolltest. Alle Widerspenstigkeit ist, …

Vom Warten auf den Schnee


„Er musste lächeln, als er beobachtete, wie ihr Blick immer wieder nach draußen wanderte, zu den Flocken, die so langsam an den großen Fenstern vorbeischwebten, als drehe sich die Welt plötzlich in Zeitlupentempo.“

(Cornelia Funke: Herr der Diebe)

Ich lege meine Handflächen gegen die Fensterscheibe. Sie sind ganz warm und lassen das Glas sofort beschlagen. Ich sehe hinaus und flüstere sanft: „Schnee! Ich will Schnee…“.

Aber meine Bitte bleibt unerhört. Es schneit nicht. Obwohl der Himmel danach aussieht, so grau und schneevoll; obgleich sich die Sonne im Dunst bricht und alles bereits nach Schnee riecht. Zwischen meinen Händen hindurch hauche ich meinen Atem gegen die Scheibe und zeichne mit der Fingerspitze meines rechten Zeigefingers ein Herz auf das Glas. Mein Herz für dein Herz. Denke ich. Ein Leben für ein Leben.

Dann muss ich lächeln. In die Welt hinaus. So ist das also, wenn man schließlich groß, beinahe erwachsen ist und endlich so viele Fensterbilder mit den Fingern malen kann, wie man es schon immer – allen mütterlichen Ermahnungen zum Trotz – tun wollte. Ich werde meine Fenster nicht putzen. Stattdessen schaue ich nach draußen und warte auf den ersten richtigen Schnee des Jahres.
 

In mir ist es Winter geworden und ich habe es nicht einmal bemerkt.
Die Welt vor meinem Fenster steht still.



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