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Es werden Posts vom September, 2014 angezeigt.

Vom Irren

Es ist nicht so, dass ich nicht versucht habe, mich mit ihm darüber zu unterhalten. Aber wenn ich daran denke, wird mir übel. Weil ich seine Argumentation so unterirdisch finde.
"Was soll ich denn tun, wenn ich dich anfassen will? Dann muss ich das doch."
"Ich kann nichts dafür, dass du scharf bist."
"Du tust ja gerade so, als hätte ich dich vergewaltigt."
"Nicht, dass du jetzt zu einer frigiden Trulla wirst!"

Heute hat mich jemand, der diesen Blog liest, gefragt, ob mich dieses Thema, das ich in meinem Jahresrückblick angeschnitten habe, noch beschäftigt. Meine Antwort war "Ja." Danach konnte ich nicht mehr sprechen, weil der müselig zusammengekleisterte Staudamm sich angefühlt hat, als wäre er kurz davor, zu brechen. Ich hatte sofort Tränen in den Augen und einen riesigen Kloß im Hals. Das hat mich selbst erschrocken. Bisher war mir nicht bewusst, wie tief meine Empfindungen dazu gehen. Aber wie sollte mir das auch bewusst sein: Ich…

Vom leisen Glück

Man muss sich manche Wunder einfach selbst zaubern, denke ich, als ich aus dem Fenster sehe. Längst hat es aufgehört zu regnen und doch rinnen noch immer kleine, weiche Regentropfen die Scheibe hinab. Als die Sonne sich langsam durch die dunkelblaue Wolkendecke hindurchschiebt, beginnen sie vielfach zu glitzern. In tausend Facetten spiegeln sie die Welt. Ich lächle. Ganz leicht, fast ein wenig albern fühle ich mich, während ich meine Hand hebe und sie in Richtung des Horizontes schiebe. Mit den Fingerspitzen berühre ich behutsam den Regenbogen. Ein leises Staunen raunt sich mir ins Herz. Glück ist manchmal leise.

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