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Es werden Posts vom September, 2015 angezeigt.

Von der Gefühlsachterbahn

Es ist die Zeit der Oktoberfeste und auf einem solchen befinde ich mich schließlich am Samstagabend. Aus beruflichen Gründen. Der Brausepulvermann ist nicht anwesend. Und so gehe ich entspannt an diesen Abend heran, drehe mich in meinem Dirndl über die Tanzfläche und lasse mich, um meine Füße zu schonen, immer mal wieder von Gespräch zu Gespräch treiben.
"Wer ist eigentlich der Mann, der dich so scharf findet?", fragt eine Bekannte, "Zeigst du ihn mir?".
Als ich auf einen Mann, an einem der Tische in unserer näheren Umgebung, deute, zieht sie die linke Augenbraue nach oben.
"Ernsthaft?!", fragt sie, "Dem ist aber schon klar, dass er so gar nicht in deiner Liga spielt, oder?"
"Bitte?", frage ich verblüfft.
"Na ja. Der ist ungefähr 15 Jahre älter als du und... nicht dünn. Und er bekommt graue Haare!"
Ich schweige. Mir gefällt nicht, was sie sagt. Weil ich Laurenz mag. Ihn und seine Augen. Die mir so viel mehr über ihn verraten, …

Von der Zorroline in mir

"Wherever you fall
If you need a hand to hold
I'll come running, because
You and I won't part till we die
You should know
We see eye to eye, heart to heart"

(James Blunt: Heart to Heart)
Schweigen.  "Ich mag den Menschen, zu dem du mich machst.", sagt er nachdenklich, "Ich wollte immer, dass mich jemand so sieht.".

Ich kichere unbemerkt in mich hinein. Mit einer einzigen, lässigen Handbewegung rücke ich mir den imaginären, schwarzen Hut zurecht, drehe mich einmal schwungvoll um meine eigene Achse und fühle mich ein bisschen wie Zorro.
Leise lachend spüre ich dem Kribbeln in mir nach. Wenn man die Fingerspitzen auf das legt, was gut ist und tief berührt, schrumpft der Rest zu Glück.
Dann wird es ganz einfach, zu zaubern.
...

Von der Erdbeerprinzessin

“Wie es ist, wenn nichts anderes auf der Welt einem so wichtig erscheint, wie die richtigen Worte zu finden, um ein Gefühl zu malen, ein Bild zu schreiben, einen Ausdruck so laut oder leise zu formulieren, dass er dort gehört wird, wo er bleiben möchte. Wie es ist, von Hoffnung zu erzählen, ohne dabei nach verflossenen Liebschaften zu klingen, einen Sonnenuntergang nicht mit den Farben Orange und Rot zu beschreiben, eine Träne nicht einfach nur salzig sein zu lassen und einen Augenblick, der nie wieder kommen wird, so zu umfassen, dass man ihn für immer sehen kann, auch wenn er gar nicht stattgefunden hat.” 

(Lilly Lindner: Splitterfasernackt)
*.*

Lieber Wanderer,
ein Muschelmädchen gibt es hier nicht. Hier gibt es nur eine Erdbeerprinzessin und die genießt den zauberhaften Sommerschnee. Der sieht nämlich nicht nur schön aus, sondern streichelt auch die Haut, so wunderbar leicht und weich, fast so schön, wie Wind, Sonne, Regenbogen und Federspitze. Der Himmel ist ganz blau, hi…