Von 33 Fragen an Frauen / 1-11

Zurzeit mag ich keine Freitexte schreiben. Aber das macht ja nichts, weil das Internet ein stetiger Quell der Freude ist. So bin ich über einen (wenig anspruchsvollen) Artikel in der Welt gestoßen, in dem Männer Fragen an Frauen stellen, deren Antwort sie angeblich schon immer mal interessiert hat. Weil ich gerade selbst dabei bin eine Liste von Mädchenfragen zu erstellen, die ich Männern schon immer mal stellen wollte, nutze ich die Gelengeheit und hangle mich mal durch den Wust an mehr oder minder seltsamen Fragen.

Quelle: 33 Dinge, die Männer gern von Frauen wissen wollen, von welt.de
1. Sollen wir Euch auf der Straße ansprechen?

Ja. Ein paar alternative Vorschläge habe ich trotzdem noch:
in der Bahn (Bahngespräche können bezaubernd sein, wenn der Mann interessant ist. Und irgendwie sind sie wild romantisch, weil sie immer mit einem Abschied enden.)in einer Buchhandlung (Mein Favorit! Männer die lesen sind sehr attraktiv!)in einer Kneipe (Wobei es hierbei von Vorteil wäre, wenn du, …

Vom Mitgefühl

"Ich hatte ihnen die Formulare doch gegeben?", frage ich den alten Mann freundlich.
"Ja.", erwidert er und schaut zu Boden, "Aber ich habe sie nicht mehr.".
Irgendetwas stimmt nicht, denke ich. Ich sehe mir den weißhaarigen Herrn, der vor mir steht, genauer an. Sein blasses Gesicht ist von tiefen Falten durchzogen, die freundlichen, liebevollen Augen wandern unruhig im Zimmer umher. Dass er sich unwohl fühlt, steht überdeutlich im Raum.
"Das ist kein Problem.", sage ich sanft und muss kurz dem Impuls widerstehen, meine Hand auf die seine zu legen, "Ich gebe sie ihnen einfach nochmal.". Mit diesen Worten drehe ich mich um und krame in der Ablage nach den entsprechenden Dokumenten. Bemüht beiläufig hake ich leise nach.
"Haben sie die Formulare verloren? Das ist nicht schlimm, mir passiert das auch oft.", sage ich, zucke mit den Schultern und gebe dann umunwunden zu, "Ich bin ein bisschen unordentlich. Davon abgesehen überfordert mich dieser ganze Papierkram auch.".

Er reagiert nicht auf mich. Aus den Augenwinkeln heraus kann ich beobachten, dass der alte Mann konzentriert seine Schuhspitzen mustert.
"Na, ist ja auch egal.", wende ich schließlich ein, ziehe die gewünschten Dokumente hervor und reiche sie ihm über den Tresen.

"Ich habe sie aufgegessen.", sagt er, sieht plötzlich hoch und schaut mir direkt in die Augen.
"Bitte?", frage ich verwirrt. Es dauert einen Moment bis mir klar wird, dass er die Formulare meint. "Sie haben die Dokumente gegessen?", frage ich irritiert und erwidere seinen Blick.
Er sagt einfach nur: "Ja.".
Und: "Ich hatte Hunger. Das Arbeitsamt verweigert mir seit Wochen die Leistungen, ich bin krank, kann kaum noch aus dem Haus gehen, davon abgesehen, dass mir zum Einkaufen eh das Geld fehlt. Ich hatte einfach Hunger. Und dann hab ich sie gegessen. Die Formulare.".
Für einen Moment bin ich völlig überfordert.
"Und ich rede hier davon, dass mich der ganze Bürokratiemist überfordert...", sage ich leise. Ich spüre, wie ich langsam rot werde. Die Scham brennt sich durch mein Gesicht. Dicht gefolgt von Mitgefühl. Und unbändiger Wut.

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