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Es werden Posts vom April, 2018 angezeigt.

Von der Gefühlsachterbahn

Es ist die Zeit der Oktoberfeste und auf einem solchen befinde ich mich schließlich am Samstagabend. Aus beruflichen Gründen. Der Brausepulvermann ist nicht anwesend. Und so gehe ich entspannt an diesen Abend heran, drehe mich in meinem Dirndl über die Tanzfläche und lasse mich, um meine Füße zu schonen, immer mal wieder von Gespräch zu Gespräch treiben.
"Wer ist eigentlich der Mann, der dich so scharf findet?", fragt eine Bekannte, "Zeigst du ihn mir?".
Als ich auf einen Mann, an einem der Tische in unserer näheren Umgebung, deute, zieht sie die linke Augenbraue nach oben.
"Ernsthaft?!", fragt sie, "Dem ist aber schon klar, dass er so gar nicht in deiner Liga spielt, oder?"
"Bitte?", frage ich verblüfft.
"Na ja. Der ist ungefähr 15 Jahre älter als du und... nicht dünn. Und er bekommt graue Haare!"
Ich schweige. Mir gefällt nicht, was sie sagt. Weil ich Laurenz mag. Ihn und seine Augen. Die mir so viel mehr über ihn verraten, …

Vom Trinkverhalten I

"Das ist das Problem am Trinken, dachte ich mir, während ich mir einen Drink einschüttete. Wenn etwas schlechtes passiert, trinkt man um zu vergessen; wenn etwas gutes passiert, trinkt man um zu feiern; und wenn gar nichts passiert, trinkt man, damit etwas passiert."

(Charles Bukowski)
Als ich das erste Mal bewusst Alkohol trinke, bin ich 14 Jahre alt. Es ist meine erste Nacht auf dem Internat und zur Begrüßung kreist, lange nach der Bettgehzeit, eine Flasche Korn. Wir meiern. Später pieke ich dem Jungen, dessen Zimmer meinem gegenüber liegt, mit dem Zeigefinger in den Bauch und versuche ihm mit möglichst geraden Worten zu erklären, wie hübsch er ist. Er aber lacht nur freundlich und weist mich in aller Altersmilde liebevoll daraufhin, dass ich ziemlich betrunken bin. Die erste Zigarette meines Lebens, die wir, auf dem Dach des alten Fachwerkhauses sitzend, rauchen, ist meinem Dusel nicht besonders zuträglich. Als ich endlich im Bett liege, dreht sich der Raum lustig. Um…

Von Gewichtigem - KW 17

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Heute nur kurz: Die Woche ging unfassbar toll los, mit einem Gewichtsverlust von 1,6 Kilogramm und endete mehr als bescheiden, denn ich wiege diesen Sonntag grandiose 100 Gramm weniger als letzten Sonntag. :-) An der Ernährung lag es nicht: Die habe ich weitesgehend beibehalten, wenn man von einem Cheat-Tag absieht, bei dem ich fürchterliche Kopfschmerzen hatte und einfach aus einem Bauchgefühl heraus den vermuteten Ernährungsbedürfnissen meines Körpers (Kohlenhydrate! Kohlenhydrate! Kohlendydrate!) nachgegeben habe. Ich nehme mal an - oder: ich hoffe es -, dass das dieswöchige Gewichtstrallala  hormonell bedingten Wassereinlagerungsaktionen meines Körpers geschuldet ist. Insofern versuche ich, den dieswöchigen Gewichtsverlauf mit Nachsicht zu betrachten.

Differenz KW 15 zu KW 16: -0,1 kg
Gewichtsabnahme gesamt: -6 kg
Bis zum Mädchenziel fehlen noch: -5,4 kg

Immerhin habe ich schon die Hälfte an Gewicht, das ich verlieren wollte, tatsächlich verloren. Aber diese Kurve hier, auf dem Diagr…

Von Wolverine

Von Frühlingsgefühlen

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Wenn mir vor ein paar Jahren jemand gesagt hätte, dass ich eines Tages Spaß dabei empfinden werde, Kaltakquise zu betreiben, wäre ich vermutlich in halbwegs panisches Gelächter ausgebrochen und hätte mir ungläubig lächelnd an den Kopf getippt. Noch immer überrasche ich mich manchmal selbst:
Denn ich kann Vertrieb, bin sogar gut darin. Vermutlich weil ich vollkommen strategielos, sogar regelrecht unbedarft bei potentiellen Kunden aufschlage und einfach losquatsche, ohne mir den Kopf über Wortwahl und Inhalt zu zerbrechen. Die ersten Lacher heimse ich zumeist schon ein, wenn ich motiviert durch die Eingangtüren hüpfe und fröhlich "Servus, Grüezi und hallo." rufe.
Als ich bei einer dieser Vertriebstouren heute einen ziemlich hübschen Mann kennenlerne, merke ich, dass sich langsam Frühlingsgefühle in mir regen. Während wir uns durch den Smalltalk treiben lassen und ich mein Gegenüber mit Nervennahrung in Form von Schokolade versorge, stelle ich mir vor, dass er mich stante pede …

Von Verlegenheiten

Zusammen mit einer Freundin sitze ich in einem Café. Einer der Hunde, die uns auf unserem Ausflug begleiten, hat seinen Kopf auf mein Knie gelegt. Ich kraule ihn hingebungsvoll hinter den Ohren.
"Streicheln sie mich auch so leidenschaftlich, wenn ich mich jetzt neben sie setze?", spricht mich der Mann an, der am Tisch gegenüber sitzt. Er ist mindestens 20 Jahre älter als ich. Sofort fühle ich mich unwohl und eine leichte Gänsehaut wandert über meine Unterarme. Eigentlich bin ich nicht empfindlich, wenn  es um dämliche Anmachsprüche geht. Aber dieser hier verschafft mir einen leichten Würgereiz. Ohne das ich begründen könnte, warum dem so ist. Dieser Mann vermittelt mir einfach kein gutes Gefühl. Etwas in seinem Tonfall verunsichert mich.
"Sie krault niemanden außer mich.", antwortet meine Freundin entspannt und schiebt ihre Hand liebevoll über die meine, während sie mich prüfend ansieht. Ich lächle sie an, dankbar, dass sie mir erspart hat, mir eine adäquate Antwor…

Von Gewichtigem - KW 16

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Die Woche ging nur langsam los und wie ich es erwartet habe, hatte ich erst einmal mit der Stagnation meines Gewichtes zu kämpfen. Aus Erfahrung weiß ich, dass es in diesen Tagen nur darum geht, die Ernährungsumstellung einfach durchzuhalten und das ist mir auch gelungen.

Letzte Woche hatte ich mir vorgenommen, diese Woche etwas mehr auf mein Essverhalten zu achten und dafür zu sorgen, es mit der Ernährungsumstellung nicht zu übertreiben, also regelmäßig und ausreichend zu essen, anstatt mich in diesen Abwärtsstrudel reinreißen zu lassen und die Gewichtsabnahme aus Ehrgeiz übermäßig voranzutreiben. Das ist mir auch ganz gut gelungen.
Genervt hat mich allerdings ein wenig die Reaktion meines Umfeldes auf meine Ernährungsumstellung: Ständig musste ich Lebensmittel ablehnen, die man mir förmlich aufzwingen wollte. So gab es auch den einen oder anderen Ausreißer, wie beispielsweise ein Eis, das man mir ungefragt mitbrachte und das ich nun nicht vor den Augen desjenigen, der es mir schenkt…

Vom Sonnen-Samstag

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Wir verbringen den Tag am menschenleeren Strand und verlieren uns zwischen Mädchengesprächen, Muscheln und Prielen. Ich genieße die Weite, die sich vor meinen Augen erstreckt. Alles riecht nach Meer. Während Wind und Sonnenstrahlen unsere Haut streicheln und Möwen rufend über unsere Köpfe hinwegfliegen, denke ich, dass ich hier Zuhause bin. Das ist ein schönes Fleckchen Erde.
Hier bin ich glücklich.







Von seiner Beharrlichkeit

"Da ist etwas in Dir, was von erlesener Schönheit ist, und was zugleich permanent in sich verkantet ist, seit ich Dich kenne. Du stehst Dir mit Dir selbst beständig im Weg. Und ich glaube, Du verkantest Dich immer mehr, je älter Du wirst. [...] Trotzdem geht es nicht anders, und Du musst so sein, wie du bist."

(T. , 03.04.2018)

Vom Meer

(Ein alter Post. Vom 17.10.2013. Inklusive aller damals gemachten Rechtschreibfehler. Ich bin muschelig und still und ein bisschen wortlos. Ich will auf den Arm...)
„Haben Sie nie bemerkt, daß die Leute draußen am offenen Meer einen besonderen Menschenschlag bilden? Es ist beinah, als lebten sie des Meeres eigenartiges Leben. Nicht bloß in ihrem Fühlen, auch in ihrem Denken ist Wellengang und Ebbe und Flut.“
... (Henrik Ibsen)
Ich bin müde und vollkommen überdreht, als ich kurzentschlossen in den Flur meiner Wohnung gehe, mir den roten Wollschal um den Hals wickle und die dazu passende Bommelmütze auf den Kopf setze. Vor einer Stunde – gelangweilt vor dem Rechner sitzend, surfend, mich in Texten verlierend – stellte ich fest, dass ich hier raus muss. Ich bekomme in meiner eigenen Wohnung Platzangst. Bin völlig frustriert und habe keine Lust mehr tagein, tagaus die gleichen Menschen und die gleichen Wände zu sehen, dieselben Gefühle zu fühlen. Das hier ist ein Ausbruch, denke…