Posts

Es werden Posts vom Januar, 2014 angezeigt.

Von der Gefühlsachterbahn

Es ist die Zeit der Oktoberfeste und auf einem solchen befinde ich mich schließlich am Samstagabend. Aus beruflichen Gründen. Der Brausepulvermann ist nicht anwesend. Und so gehe ich entspannt an diesen Abend heran, drehe mich in meinem Dirndl über die Tanzfläche und lasse mich, um meine Füße zu schonen, immer mal wieder von Gespräch zu Gespräch treiben.
"Wer ist eigentlich der Mann, der dich so scharf findet?", fragt eine Bekannte, "Zeigst du ihn mir?".
Als ich auf einen Mann, an einem der Tische in unserer näheren Umgebung, deute, zieht sie die linke Augenbraue nach oben.
"Ernsthaft?!", fragt sie, "Dem ist aber schon klar, dass er so gar nicht in deiner Liga spielt, oder?"
"Bitte?", frage ich verblüfft.
"Na ja. Der ist ungefähr 15 Jahre älter als du und... nicht dünn. Und er bekommt graue Haare!"
Ich schweige. Mir gefällt nicht, was sie sagt. Weil ich Laurenz mag. Ihn und seine Augen. Die mir so viel mehr über ihn verraten, …

Vom Sturm

„Stellst dich in Sturm und schreist:
ich bin hier, ich bin frei,
alles was ich will ist Zeit,
ich bin hier, ich bin frei!“

(Juli: Perfekte Welle)
Nachts träume ich vom Sturm. Ich stehe auf einem weiten Feld. In meinem Rücken scheint die Sonne, Weizenären wiegen sich im aufkommenden Wind und am Horizont sammeln sich dicke, schwarze Wolken. Eine Gänsehaut läuft mir das Rückgrat hinab, als ich die Windhose bemerke, die sich auf mich zubewegt. Noch während ich beginne zu rennen, weiß ich, dass ich es nicht schaffen werde, rechtzeitig den Schutz der Stadt zu erreichen. Also ändere ich, ohne darüber nachzudenken, meine Laufrichtung und haste in die Mitte des Feldes. Dort lasse ich mich auf die Knie fallen und fange an, mit bloßen Händen ein Loch zu graben. Der widerstandsfähige, trockene Erdboden reißt meine Finger auf und am Anfang glaube ich, gar nicht voranzukommen. Für ein paar Minuten bin ich völlig davon überzeugt, dass mich die Windhose gleich verschlucken wird. Doch sch…