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Es werden Posts vom Dezember, 2013 angezeigt.

Vom Irren

Es ist nicht so, dass ich nicht versucht habe, mich mit ihm darüber zu unterhalten. Aber wenn ich daran denke, wird mir übel. Weil ich seine Argumentation so unterirdisch finde.
"Was soll ich denn tun, wenn ich dich anfassen will? Dann muss ich das doch."
"Ich kann nichts dafür, dass du scharf bist."
"Du tust ja gerade so, als hätte ich dich vergewaltigt."
"Nicht, dass du jetzt zu einer frigiden Trulla wirst!"

Heute hat mich jemand, der diesen Blog liest, gefragt, ob mich dieses Thema, das ich in meinem Jahresrückblick angeschnitten habe, noch beschäftigt. Meine Antwort war "Ja." Danach konnte ich nicht mehr sprechen, weil der müselig zusammengekleisterte Staudamm sich angefühlt hat, als wäre er kurz davor, zu brechen. Ich hatte sofort Tränen in den Augen und einen riesigen Kloß im Hals. Das hat mich selbst erschrocken. Bisher war mir nicht bewusst, wie tief meine Empfindungen dazu gehen. Aber wie sollte mir das auch bewusst sein: Ich…

Vom Erwachen

"Das morgendliche Erwachen beginnt, wenn man bin sagt und jetzt. Dann liegt das Wachgewordene eine Weile still, starrt die Zimmerdecke an und in sich hinein, bis es sich wiedererkannt hat und daraus den Schluss zieht: ich bin. Ich bin jetzt."
(Christopher Isherwood: Der Einzelgänger)
Morgens, im Bett liegend, mit den Zehen wackeln und langsam erwachen. Den Mund voller Zahnpasta gurgelnd ein Lied singen. Mit den Händen wild durch die langen Haare fahren, sich eine Wischmobbfrisur hexen und dem Spiegelbild eine Grimasse schneiden. Heiß duschen und die kleinen, fluffigen Wasserdampfwolken bestaunen. Sie anhauchen und mit den Fingern zu durchkämmen. Sich von der Luft trocknen zu lassen. Dabei halb verschlafen die Fingerspitzen über den Körper wandern lassen und sich behutsam selbst zu genießen. Einen schwarzen Kaffee kochen, in dem der Löffel steht. Das Fenster zu öffnen. Die kalte Luft zu fühlen, die in das Zimmer dringt und zu riechen, wie der Geruch von Schnee und Kaffee l…

Vom Zukunfts-Muschelmädchen