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Es werden Posts vom 2018 angezeigt.

Von sieben Nachrichten - KW 29

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Eine emotionale Woche findet morgen ihr Ende.
Das spiegelte sich auch in diversen WhatsApp-Unterhaltungen wieder.
Ein Querschnitt.


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Von Friedrich II

Friedrich II - liebevoll auch Frerich genannt - ist heute Nacht gestorben.
Das hat sich schon ein paar Tage länger angekündigt. Aus der Zoohandlung hat der kleine Kampffisch eine ziemlich renitente Pilzinfektion mitgebracht. Ich habe immer wieder versucht, ihn zu behandeln, aber umsonst. Und so fischte er gestern, als ich von der Arbeit nach Hause kam, nur noch müde im Aquarium umher. Ließ sich mehr treiben, als wirklich aktiv zu fischen...
Das war der Moment, in dem ich merkte, wie angeschlagen ich noch bin: Ich habe erst einmal angefangen zu weinen. Das ist vielleicht - wahrscheinlich - total albern, weil Friedrich II "nur" ein Fisch war. Aber er war mein Fisch. Und ich wollte, dass es klappt. Dass es ihm gut geht und er sich bei mir wohlfühlt.
Den Abend gestern habe ich also damit verbracht, Friedrich II zu beobachten. Ich wollte ihm ein paar Stunden geben, um sich wieder aufzurappeln. Oder ihn am Ende des Abends erlösen. Das Wasser im Aquarium habe ich zu großen Teilen a…

Von ... komischen Dingen

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(Quelle: bdsmtest.org)

Ich war zunächst etwas irritiert von dem Testergebnis. Bin ich vielleicht auch immer noch. Das wird wohl noch ein bisschen in meinem Kopf Kreise drehen. Denn danach hatte ich das Gefühl, gar nicht mehr zu einer "normalen" Sexualität fähig zu sein. Was natürlich völliger Blödsinn ist. Ich finde "normal" einfach nur nicht ganz so spannend und erregend, wie einen Mann, der weiß, was er im Bett will. Normal ist okay. Manchmal auch schön. Nur eben auf Dauer (für mich) vielleicht auch etwas langweilig.
Na, wie dem auch sei: "Boy/Girl" hat mich zum Beispiel ziemlich nachdenklich zurückgelassen. Gerade in Hinblick auf Missbrauchserfahrungen in der Vergangenheit. Hier habe ich noch ein bisschen Grübel-Bedarf. Und gegen das eine oder andere Ergebnis wehre ich mich innerlich noch ein wenig, wie ich zugeben muss. Das mag ich mir noch nicht eingestehen.

(Memo an mich selbst: Ich könnte mal die Geschichte aufschreiben,  wie ich einen Pet-Player i…

Vom Trotz

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"In the nighttime When the world is at it's rest
You will find me
In the place I know the best
Dancin', shoutin'
Flyin' to the moon
Don't have to worry
'Cause I'll be come back soon..."

(Paul Kalkbrenner: Sky and Sand)
Auf dem Weg nach Hause fällt es mir plötzlich ein. Für einen Moment stehe ich regelrecht fassungslos neben mir. Aber in genau diesem Augenblick kann ich mich auch spüren. Mit all den Gefühlen, Gedanken und dem einzigartigen Chaos, das die letzten Wochen in mir hinterlassen haben. Ein Gefühl, das einem Flächenbrand ähnelt. Während die Sonnenstrahlen wärmend meine Haut streicheln und gleichzeitig eine Gänsehaut, von der  Zehenspitze bis in die letzte Haarwurzel hinein, über meine Haut wandert, durchzuckt mich eine Erkenntnis. Die in lauten Wellen nachhallt:
Irgendwo, zwischen dem Krankenhausaufenthalt meines Vaters, dem Tod meiner Opas und der Verantwortung, die ich viel zu lange für T.´s Wohlbefinden getragen habe, habe ich mich verloren.

Von der anderen Realität

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Es gibt nur einen Grund, warum ich es schaffe, das Büro zu betreten. Denn eigentlich will ich nicht. Oder besser: Ich kann nicht. Das denke ich zumindest, als ich auf dem Parkplatz vorm Büro stehe und versuche, mich dazu zu überreden, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Obwohl ich mich lieber umdrehen und im nicht vorhandenen Wandschrank verstecken will. Mir ist klar, dass meine Nerven äußerst dünn sind. Also rede ich mir selbst gedanklich gut zu. Versuche, mich zu stabilisieren. Was irgendwie nicht zu funktionieren scheint. So gar nicht. Ich ringe nur noch mehr um Fassung.

Irgendwann parkt mein Chef neben mir ein.
Ich drehe mich weg, atme tief durch und wische mir mit den Fingerspitzen die Tränen von den Wangen. Alles ist gut. Denke ich. Das Leben geht weiter.
Aber es ist die eine Sache, Zuhause zu sitzen und einen Verlust betrauern zu sollen.
Eine ganz andere Sache ist es, mit einem Male zu fühlen, dass der Verlust im Alltag ankommt.
Das ist eine ganz andere Art der Realität.
Ein n…

Vom Start in den Morgen

Grusel vorm ersten Arbeitstag...
Mein Körper scheinbar auch.
Er reagiert mit Kreislauf. Und zwar so heftig, dass ich erstmal im Bad zusammensinke und meine Stirn die kühle Klobrille küsst. Während ich gleichzeitig schwitze und friere. Mein Blickfeld schiebt sich irgendwie zusammen, vor meinen Augen tanzen Funken und mir ist kotzübel.

Ein paar Minuten später geht es wieder. Ich schleppe mich trotzdem zum Sofa und kuschle mich nochmal unter der Decke zusammen. Auf ein paar Minuten, die ich früher oder später arbeitsbereit bin, kommt es vermutlich nicht an.
Diese Kreislaufprobleme, die sind neu.
Hatte ich nie.
Die sind neu und nervig und eklig und sollen weggehen.
Ich bin kein Kreislaufmädchen.
Stattdessen bin ich es gewohnt, dass mein Körper funktioniert...

Vielleicht ist das eine Kopfsache.
Ich will nicht auf Arbeit.
Und reagiere psychosomatisch.
Wie damals, als ich noch ein Kind war:
Wenn ich in die Schule sollte, wurde mir auch immer übel.
An diesen Tagen habe ich mich im Wandschrank…

Von Fischen

Mein Verhältnis zu Angel- und Aquaristikläden ist irgendwie speziell. In dieser Art von Laden lerne ich immer mal wieder etwas über mich selbst. Und mache mich zum Apfel. Üblicherweise.

Bei einem Besuch vor ein paar Jahren habe ich beispielsweise über mich selbst gelernt, dass ich offenbar in Maßen zur Objektophilie neige. Anders kann ich mir meine Liebe, die ich urplötzlich für einen Pilker (künstlicher Köder), den ich noch nie im Leben gebraucht habe, nicht erklären. Dieser Pilker lag so schön in meiner Hand. Er hat so perfekt hineingepasst und hatte das ideale Gewicht. Und geglitzert hat er auch. Ich wollte ihn unbedingt haben.

Überhaupt überfallen mich in Angel- und Aquaristikläden häufig Liebesanfälle. So bin ich neuerdings verliebt in einen bezaubernden Fisch, der in dem Laden meiner Wahl fröhlich vor sich hin fischt. Wenn meine Wohnung ein riesiges Aquarium wäre, hätte ich ihn schon gekauft. So stehe ich nur in den letzten Tagen immer mal wieder vor dem Becken und murmle verzüc…

Von Freitagsfragen

Vielen Dank an den Brüllmausblog, von dem ich heute die Freitagsfragen gemopst habe, die mich jede Woche reizen, aber die ich meistens zu spät - nämlich erst am Samstag - lese.
Heute habe ich Zeit und sie sind mir eine willkommene Abwechslung zu der Rumheulerei hier im Blog. Die mich gerade selbst anstrengt.

1.) Wenn es Warnhinweise für Menschen gäbe, wie lautete Deiner?

Achtung, Verbrennungsgefahr.

2.) Was lief in dieser Woche richtig gut?

Argh, schwierig. Gerade diese Woche ist so alles andere als schön und leicht.
Oh, doch, ich weiß: Ich habe eine (ziemlich lange) E-Mail geschrieben. Und jeden einzelnen Gedanken, den ich hatte, darin notiert. Ich habe mich quasi leergeschrieben. Und total geöffnet. Das ist mir nicht leichtgefallen. Aber ich habe jemandem eine Menge Entschuldigungen geschuldet. Auch wenn es manchmal nicht ausreicht, sich zu entschuldigen, war das vermutlich ein Schritt in die richtige Richtung.

3.) Was sollte ein Besucher Deiner Heimatstadt (oder einer Stadt Deiner Wa…

Vom Gefühl: not broken just bent

Es heißt ja, dass man in den schlechten Phasen seines Lebens eine Menge über sich selbst lernen kann. Das scheint irgendwie zu stimmen. Je mehr Zeit ich gerade Zuhause verbringe, auf der ersten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung meines Beruflebens hockend, desto mehr fange ich an, mich selbst zu verstehen. Manche Erkenntnisse erstaunen mich. Wieder andere schockieren mich selbst. Ich glaube, ich bin ziemlich verbogen. Nicht zerbrochen, aber verbogen und verbeult. Dabei bin ich viel zu jung, um mir die Hörner am Leben abzustoßen. Und zu stur.

Vor kurzem war ich für zwei, drei Tage verreist. Zusammen mit meiner Mama. Ich habe sie gebraucht. Ihre Liebe, ihre Zuwendung, die Gespräche mit ihr. In einem kleinen Restaurant am Meer, einem Italiener, habe ich ihr erzählt, dass ich schwanger bin. Ihre Reaktion hat sich in mich eingebrannt. Sie hatte Tränen in den Augen. Vor Freude.
Und sie sagte: Wir werden deinem Kind beibringen, dass es lieben muss. Denn das ist es, was ich in den letzten Jahre…

Von noch mehr Tagebuchsachen

Fieber messen.
OP-Kleidung anziehen.
Zugang legen lassen.
Blutdruck messen.
Als ich im Krankenhaus ankomme, liegt mein Blutdruck erstaunlicherweise irgendwo bei "scheintot". Dieses eine Mal verwundert mich das nicht. Er spiegelt vermutlich mein Innenleben. Ich fühle mich vollkommen gefühlstaub. Alles, was ich weiß, ist, dass ich hier nicht sein will. Aber genauso wenig besitze ich die Geduld, auf einen natürlichen Abgang zu warten. Der sich tage- bis wochenlang hinziehen könnte und nicht unbedingt ungefährlich sein muss. Dann will ich lieber einen klaren Schnitt. Möglichst brutal und bitte so schmerzhaft wie möglich. Damit ich weiß, dass es vorbei ist. Vielleicht kann ich mich dann auch wieder spüren.

In dem Zimmer, das ich mit drei anderen Frauen teile, rolle ich mich in meinem Bett zusammen, verstecke mich tief unter der Bettdecke, schließe die Augen und grenze mich aus. Ich will keine Gespräche. Nur meine Ruhe. Die Russin, im Bett neben mir, telefoniert durchgängig. Eine…

Von Tagebuchsachen

"Was in aller Welt ist mit euch los?", fragte Pippi gereizt. "Ich will euch nur sagen, dass es gefährlich ist, zu lange zu schweigen. Die Zunge verwelkt, wenn man sie nicht gebraucht."

(Astrid Lindgren: Pippi Langstrumpf geht an Board)
Ich habe das Gefühl, dass ich diesen Post schreiben muss. Ob ich dazu aber bereit bin, weiß ich nicht. Es fühlt sich nicht so an. Überhaupt fühlt es sich so an, als wäre ich für gar nichts bereit. Alles ist zu viel, alles ist zu schnelllebig, zu laut, zu grob. Ich bin zu empfindlich.
Das hier ist ein Post, der einfach nur wehtut.
Aber der raus muss.
Weil mich die Gedanken vergiften.


Von Bewerbern

Das Jo.bcen.ter ist seltsam. Ich meine, mir ist bewusst, dass Mitarbeiter des Jo.bcen.ters auch nur nach Vorgaben handeln. Aber die Bewerber, die mir im letzter Zeit vom Jo.bcen.ter vermittelt werden, werden immer seltsamer. Für eine Stelle in der Produktion, bei der man körperlich belastbar sein muss, wurde mir zuletzt ein Bewerber vorgeschlagen, dem ein ganzer Arm fehlte. Ein anderer hatte Glasknochen. Und ein Dritter erzählt mir während unseres Gespräches, dass er mal ein führendes Mitglied einer bekannten Motorradgang war und mit einem Fingerschnipsen den Laden hier abbrennen könnte, ohne sich selbst dabei die Hände schmutzig zu machen, wenn er das denn wollte. Ich bin ein Mädchen. Natürlich schrecke ich vor Einstellungen dieser Art zurück. Weil ich diese Erfahrung bereits gemacht habe. Und sie mich, vor gar nicht allzu langer Zeit, fast meinen Job gekostet hätte.

Auch das heutige Bewerbungsgespräch läuft nicht besser.
Denn das heutige Gespräch endet bereits nach 15 Minuten. So la…

Von Veränderungen

In den letzten Wochen bin ich so richtig auf die Nase geknallt. Wie ich das gemacht habe und wie es dazu gekommen ist, rekonstruiere ich gerade für mich selbst. Viele der Veränderungen, die sich in den letzten Tagen und Wochen vollzogen haben, will ich hier gar nicht teilen. Denn zum einen bin ich mir noch nicht sicher, ob es hier für mich weitergehen soll, ob es sich richtig anfühlt, mich hier zu öffnen. Nachdem ich mir zum 25.05.2018 sowieso einmal das komplette Layout des Blogs zerschossen habe und im Moment nicht wirklich die Geduld finde, auf Fehlersuche zu gehen, liegt es nahe, umzuziehen. Obwohl mir das Abschiednehmen von hier nicht ganz leichtfallen würde. Zum anderen sind die Veränderungen der letzten Zeit ziemlich intim, vor allem aber tiefgreifend. Ab jetzt ist nichts mehr so, wie es mal war. Kein Stein ist auf dem anderen geblieben und alles wird anders. Mir ist noch nicht klar, ob es vielleicht ausreicht, einen Teil meiner Gedanken ins verschlüsselte zauberreich auszulage…

Von alten Zeichnungen

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Heute, beim Aufräumen, bin ich über eine Menge alter Zeichnungen gestolpert. Versteckt in alten Uniunterlagen. Und weil ich gerade noch dabei bin, Worte für den nächsten Post zu sammeln, überbrücke ich die Zeit bis zum nächsten Post mit alten Bildern...














Von der Glaskugel

„Ich lebe in einer engen Welt der alten Wörter, dachte er, es gibt keine neuen. Selbst die neuen Dinge benennen wir mit alten Wörtern. Und für die Dinge, nach denen man sich sehnt, findet man keine. Wenn man die Sehnsüchte benennen könnte wie die tausend Düfte der Tees...“
(Ewald Arenz: Der Teezauberer)

Muschelmädchen ist ein aufgewecktes Kind. Das ihr der Schalk im Nacken sitzt, ist kaum zu übersehen. Die blonden Haare stehen wirr in alle Richtungen ab, tausende kleiner Sommersprossen sammeln sich auf ihrer Nase und beginnen zu tanzen, wenn sie lacht. Sie ist fröhlich und frech, lässt sich schnell von den Dingen begeistern, die die Welt zu bieten hat, und hinterfragt annähernd alles. Die Liebe zur Sprache lernt sie schon früh. Oma und Opa sind Lehrer, sie schenken ihr ihr erstes eigenes Balladenbuch und noch bevor sie eingeschult wird, kann sie lesen. Sie liest annähernd alles, was ihr in die Finger gerät: Zuerst wahllos Pferdebücher wie Bille und Zottel, dann Die rote Z…

Vom Schreien

Ich schreie nie, beiße normalerweise nicht um mich und verletze Mitmenschen niemals absichtlich. Und dennoch ist mir gerade danach, genau das zu tun. Ich möchte einfach losbrüllen. Wie verrückt, wie am Spieß und vollkommen unkontrolliert, solange, bis mir die Stimme ausgeht. Aus Wut, aus Frustration, aus verletzten Gefühlen heraus. Zum Abbau von Stress und Druck und überbordenden Emotionen.
Aber ich bleibe still.

Wieviel Kraft mich das wirklich kostet, zeigt mir meine allabendliche Gemütslage. Ich bin, was ungewöhnlich für mich ist, unfassbar nahe am Wasser gebaut. Zurzeit schlafe ich unglaublich früh ein. Denn sobald ich Zuhause bin, überfällt mich eine bleierne Müdigkeit, der ich mich nicht zu entziehen vermag. Trotzdem finde ich mich vier Stunden später hellwach in meinem Bett wieder. Zähle die Stunden bis zum Weckerklingeln runter. Noch immer rasend wütend. Und in Gedanken brüllend.
Morgens bin ich müde.

Das soll vorbeigehen.
Ich will nicht so wütend sein.

Von Erkenntnissen

Es fällt mir schwer, Worte zu finden. Und es fällt mir gerade ziemlich schwer, hier meine Seele auf den Tisch zu legen. So ganz kann ich es auch noch nicht. Zuerst muss ich noch zwei Dinge in der echten Welt dort draußen klären. Aber das mache ich erst dann, wenn ich nicht mehr so unfassbar wütend bin, dass ich das Gefühl habe, aus den Ohren zu rauchen. Sondern ruhige, liebevolle Worte finden kann.
So gibt es hier vorerst nur ein paar Erkenntnisse. Aus den letzten zweieinhalb Wochen.

Ich habe ziemlich liebe Kollegen. Das ist mir in letzter Zeit gleich zweimal klar geworden. Und besonders, als ich einen Zusammenbruch im Büro hingelegt habe.Für gewöhnlich gehe ich erst dann zum Arzt, wenn ich kurz davor bin, ein Gliedmaß zu verlieren. Denn meine Ärztephobie habe ich mir über Jahre liebevoll antrainiert. Sie hat sich seither auch kein bisschen verbessert. Vielleicht sogar eher verschlechtert. Das zumindest zeigt mein Blutdruck, wenn er vor Ort gemessen wird. Denn direkt in der Arztpraxis …

Vom Stillsein

"Ich habe auf einen Sturm gewartet, der mich retten und fortreißen müßte; doch nun ist es leise gekommen, ohne daß ich es gefühlt habe. Aber es ist da. Während ich verzweifelte und alles verloren glaubte, wuchs es still heran. Ich glaubte, Abschied sei immer ein Ende. Heute weiß ich: Auch Wachsen ist Abschied. Auch Wachsen heißt Verlassen. Und es gibt kein Ende."

(Erich Maria Remarque: Der Weg zurück)

Von Dingen

Es heißt, dass es Dinge gibt, die das Leben von Grund auf ändern. Hätte ich diesen Satz vor kurzem gelesen, hätte ich ihn als übertrieben und pseudo-dramatisch empfunden. Seit Sonntag weiß ich es aber besser. Es gibt Dinge, die das ganze Leben ändern. Ganz ohne unnötige Dramatik und Übersteigerung.
Was ich jetzt bräuchte ist Zeit für mich. Um mich zu sortieren, meine Gedanken und Gefühle in Form zu bringen, um zu realisieren. Aber stattdessen schneidet sich einer meiner Mitarbeiter die Pulsadern auf. Während der Arbeitszeit. Absichtlich. Und so tobe ich mich zusammen mit Notarzt, Polizei, Chirurg und sozialpsychiatrischem Dienst durch den Tag. Bis ich abends ziemlich erschöpft auf dem Sofa lande. Und Curry beim Lieferservice bestelle. Bevor mir wahrscheinlich in circa sieben Minuten die Augen zufallen.

Von der verlorenen Nacht

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"Can anybody see me?
Can anybody help?"

(Sia - I´m in here) 
Es ist mitten in der Nacht, als ich aufwache und nicht mehr einschlafen kann. Ich versuche, das Gedankenkarussell loszuwerden, aber habe keine Chance. Zu sehr tobt sich der vergangene Abend durch meinen Kopf. Zu laut, zu intensiv, zu verzweifelt.

Es ist - für meine Verhältnisse - schon relativ spät, als gestern Abend das Rufbereitschaftstelefon klingelt. Am Apparat ist eine Mitarbeiterin von mir. Sie weint heftig und vor lauter Schluchzen kann ich kaum verstehen, was sie mir erzählen will. Zumal wir uns auf englisch unterhalten. In der Regel verstehe ich englisch ziemlich gut. Besser als ich letztendlich spreche. Aber dieses Mal fällt mir das Verstehen schwer. Weil die Mitarbeiterin immer wieder von Weinkrämpfen geschüttelt wird. Alles, was ich wieder und wieder aus ihrer Erzählung rausfiltern kann, ist das Wort "Polizei". Und das sie morgen nicht arbeiten gehen kann. Ich habe keine Ahnung, was passiert is…

Vom entspannten Enkelkind

Nach sieben Stunden Autofahrt stehe ich vor einem geschlossenen Restaurant. Ich trage ein kurzes, schwarzes Kleid mit lustigen weißen Punkten, bin müde, ziemlich angenervt und möchte am liebsten meine Zähne in der verschlossenen Tür vergraben. Alter Schwede, das kann doch nicht wahr sein! Ich habe - mit Abstand - den längsten Anfahrtweg und meine Familie bekommt es nicht auf die Kette, mich über eine Adressänderung zu informieren? Ernsthaft?! In diesem Moment möchte ich am liebsten ein Selfie machen, auf dem ich meinen Stinkefinger zücke und anschließend die Hacken in den Teer hauen, um wieder nach Hause zu fahren. "Soviel bedeutest du deiner Familie.", denke ich, und versuche diesen Gedanken mit aller Macht von mir zu schieben. Ein bisschen schmerzhafte Wahrheit steckt vermutlich trotzdem drin. Auch wenn ich daran nicht denken will.

Nachdem ich die neue Adresse herausgefunden habe und weitere 45 Minuten zu meinem neuen Zielort gegurkt bin, habe ich mich - weitestgehend - ab…

Von der Technik

Da ist sie wieder. Also: Ich. Da bin ich wieder.
Und ich habe festgestellt, dass ich ein Mädchen bin.Ich fand es nämlich mal gar nicht einfach, den Kram umzustellen. Auch jetzt habe ich eher nur eine halbgare Lösung gefunden: Denn egal, ob ich ein Menü einbaue oder Seiten anlege - warum auch immer schiebt mir blogger jedes Mal den letzten Post, den ich geschrieben habe und der vollkommen anders gelabelt ist, vor meine Datenschutz- und Impressum-Seiten. Warum das so ist? Keine Ahnung. Das habe ich heute drei bis vier Stunden versucht herauszufinden und mir dabei einmal das komplette Layout zerschossen. Erfolglos. Deshalb gilt jetzt: Friss oder stirb. Ich habe keine Lust mehr, weiter daran rumzuspielen. Das muss jetzt so gehen. Auch wenn es meinem Perfektionismus widerstrebt und mir so gar nicht gefällt...
Zwischendrin war ich nahe dran, den Blog im Nirwana versenken zu wollen, bin wütend durch die Wohnung gerumpelstiezelt und ich schwöre, dass mir dabei Rauch aus dem Ohren kam.
Alles s…

Von mir

Anfang 30. In Bloggerhause seit vielen, vielen Jahren Zuhause. Allerdings zumeist eher still denn laut.Manchmal erschreckend mädchenhaft (gefühltes Alter 16 1/2), in anderen Momenten wiederum erstaunlich konventionell (gefühltes Alter 65c). Rebelliert mit bunten, nicht zu einander passenden Socken heimlich gegen den grauen Alltag. Liebt Musik, Worte und das Leben. Träumt viel, ist grundsätzlich sehnsüchtig und vor allem immer suchend: Nach dem bisher ungefundenen Mehr im Leben. Ist bemüht, das Leben mit Erfahrungen, Gefühlen und Besonderheiten zu füllen. Dabei alle Farben des Lebens genießend.

Liebt:
Milchkaffee mit viel MilchschaumSeifenplasen pustenIm 50er-Jahre-Kleid den Männern den Kopf verdrehenDen Arbeitstag wegzujoggen (Sie zwingt sich dazu, dass zu lieben. Manchmal. Selten. Fast nie.)Zuhause anzukommenZu lieben und geliebt zu werden. Vor allem aber: Zu lieben.Die zwei verrückten Katzendamen zu schmusenIm Sonnenschein zu sitzen und ein gutes Buch zu lesenZeit zum träumen …

Herzstück

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„Ich küsse dich
wie du bist
und wie du sein wirst
morgen und später
und wenn meine Zeit vorbei ist“


(Ausschnitt aus: Erich Fried: Wie du solltest geküsst sein)

Ich denke an ihn, während ich durch den Wald laufe. Daran, wie es wohl wäre, gemeinsam mit ihm alt zu werden. Schlohweißes Haar stünde ihm sicher gut. Einen lustigen Kontrast würde das bilden zu seinen graublauen Augen. Bestimmt hätte er einen wuselig-fusseligen weißen Bart. Er könnte in der Weihnachtszeit den Weihnachtsmann für unsere Enkelkinder spielen. Abends würden wir vor dem Kamin sitzen, Tee trinken und uns Geschichten über unser Leben erzählen. Weißt du noch, wie das damals war? Als du mich unter dem Mistelzweig geküsst hast und ich lachen musste, weil mich dein Bart so sehr gekitzelt hat?
Im Sommer würden wir lange Spaziergänge machen. Vielleicht würden wir beide irgendwann am Stock gehen, uns gegenseitig stützen und die Jugendlichen, die Biertrinkend auf den Wiesen säßen, belächeln. Ich hätte einen Pickn…

Test

Test

Vom Datenschutz

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