Posts

Es werden Posts vom 2018 angezeigt.

Von der Gefühlsachterbahn

Es ist die Zeit der Oktoberfeste und auf einem solchen befinde ich mich schließlich am Samstagabend. Aus beruflichen Gründen. Der Brausepulvermann ist nicht anwesend. Und so gehe ich entspannt an diesen Abend heran, drehe mich in meinem Dirndl über die Tanzfläche und lasse mich, um meine Füße zu schonen, immer mal wieder von Gespräch zu Gespräch treiben.
"Wer ist eigentlich der Mann, der dich so scharf findet?", fragt eine Bekannte, "Zeigst du ihn mir?".
Als ich auf einen Mann, an einem der Tische in unserer näheren Umgebung, deute, zieht sie die linke Augenbraue nach oben.
"Ernsthaft?!", fragt sie, "Dem ist aber schon klar, dass er so gar nicht in deiner Liga spielt, oder?"
"Bitte?", frage ich verblüfft.
"Na ja. Der ist ungefähr 15 Jahre älter als du und... nicht dünn. Und er bekommt graue Haare!"
Ich schweige. Mir gefällt nicht, was sie sagt. Weil ich Laurenz mag. Ihn und seine Augen. Die mir so viel mehr über ihn verraten, …

Von der Gefühlsachterbahn

Es ist die Zeit der Oktoberfeste und auf einem solchen befinde ich mich schließlich am Samstagabend. Aus beruflichen Gründen. Der Brausepulvermann ist nicht anwesend. Und so gehe ich entspannt an diesen Abend heran, drehe mich in meinem Dirndl über die Tanzfläche und lasse mich, um meine Füße zu schonen, immer mal wieder von Gespräch zu Gespräch treiben.
"Wer ist eigentlich der Mann, der dich so scharf findet?", fragt eine Bekannte, "Zeigst du ihn mir?".
Als ich auf einen Mann, an einem der Tische in unserer näheren Umgebung, deute, zieht sie die linke Augenbraue nach oben.
"Ernsthaft?!", fragt sie, "Dem ist aber schon klar, dass er so gar nicht in deiner Liga spielt, oder?"
"Bitte?", frage ich verblüfft.
"Na ja. Der ist ungefähr 15 Jahre älter als du und... nicht dünn. Und er bekommt graue Haare!"
Ich schweige. Mir gefällt nicht, was sie sagt. Weil ich Laurenz mag. Ihn und seine Augen. Die mir so viel mehr über ihn verraten, …

Vom nicht-Schneewittchen

"Oh, guck mal!", rufe ich verzückt und zeige mit dem Finger aus dem Autofenster. Asa und ich stehen gerade an einer roten Ampel. Vor uns überquert, ganz beschwingt, eine ziemlich hübsche Frau die Kreuzung.
"So möchte ich auch aussehen.", seufze ich, "So schlank und hübsch. Damit ich auch mal ein Kleid anziehen kann, ohne deformiert auszusehen."
Asa schnaubt leise. Er kleingtc fast ein wenig genervt.
"Was ist denn?", frage ich verwundert und wende mich ihm zu.
"Nichts.", gibt er knurrend von sich.
"Nichts?", frage ich.
Er schweigt. Nur um nachzuschieben:
"Ich könnte jetzt nur etwas sagen, was total sexistisch wäre. Also lasse ich es, sonst pöbelst du mich gleich an.", sagt er.
"Hm.", erwidere ich. Ich kämpfe mit meiner Neugier. Es interessiert mich ja schon, was er sagen wollte. Nachdenklich betrachte ich ihn von der Seite. Er verzieht seine Lippen zu einem Lächeln.
"Du weißt, dass ich es merke, wenn du…

Vom Manchmal

"Man muß nie verzweifeln, wenn etwas verloren geht, ein Mensch oder eine Freude oder ein Glück; es kommt alles noch herrlicher wieder. Was abfallen muß, fällt ab; was zu uns gehört, bleibt bei uns, denn es geht alles nach Gesetzten vor sich, die größer als unsere Einsicht sind und mit denen wir uns scheinbar im Widerspruch stehen. Man muß in sich selber leben und an das ganze Leben denken, an alle seine Millionen Möglichkeiten, Weiten und Zukünften, denen gegenüber es nichts Vergangenes und Verlorenes gibt."

(Rainer Maria Rilke)
Manchmal schrumpfe ich mich in Gedanken. Dann krieche ich in seine Jackentasche, wärme uns, rolle mich in seiner rechten Handinnenfläche zusammen, genieße unsere Nähe, oder setze mich auf seine Schulter, um dort mit den Beinen zu baumeln, fröhlich vor mich hinzu glucksen, zu lachen und ihm kleine, subtile Späße ins Ohr zu raunen.
Ich stelle mir vor, wie er darüber lachen muss oder sich, an den dunkleren Tagen, gegen seinen eisernen Willen, zum…

Vom Trottel-Gen

Bild
"Autsch!!!", rufe ich und reibe mir das Knie. Das diese blöden Türen und Stühle und Möbel und überhaupt aber auch immer im Weg sein müssen. Einen Moment lang muss ich hart dagegen ankämpfen, nicht zurückzutreten. Das wäre jetzt vielleicht nicht so k-l-u-k, bei einer Glastür.
"Mist-Tür!", brumme ich in mich hinein. Aus der letzten Ecke der Küche kichert es leise. "Irgendwann hast du dir alles abgestoßen!", sagt Asa, beißt sich auf die Lippen und versucht eher schlecht als recht sich das Lachen zu verkneifen. Wütend funkle ich ihn an.
"Pfff!", sage ich, "Sei du erst mal ich!". Der hat ja keine Ahnung, wie das ist, tollpatschig zu sein. Voll anstrengend! Wenn ich groß bin, werde ich anders.
Und meine Zehen und Ellenbogen kriegen Augen.
Jawoll.

Von Gewichtigem - KW 36

Bild
Mein letzter Gewichtspost liegt - ich bin selbst ganz erstaunt darüber - ziemlich lange zurück. Ich habe ihn am 20.05.2018 verfasst.
Kurz nach diesem Post ging plötzlich alles drunter und drüber. Denn mit einem Mal stellte ich fest, dass ich schwanger bin. Nachdem der Frauenarzt die Schwangerschaft bestätigt hatte, war klar, dass ich ganz viel in meinem Leben ändern muss. Ich stellte also nicht nur von heute auf morgen das Rauchen ein, sondern musste auch wieder mehr Kohlenhydrate in mein Leben lassen. Lustigerweise fiel mir zweiteres viel schwerer, als das Rauchen aufzugeben. Ich musste mich regelrecht dazu zwingen, wieder Brot, Reis, Nudeln, Kartoffeln usw. zu essen. Manchmal, besonders am Anfang, musste ich auch von außen, besonders von meiner Mama, dazu gezwungen werden, wieder normal zu essen. Aus Frust und Angst, die Waage würde mich ärgern, hörte ich auf, mich zu wiegen. Nur beim Arzt musste ich hin und wieder auf die Waage steigen. Aber als dieser schließlich feststellte, dass…

Von neuen Ideen

Ich liege noch im Bett, als das Handy piept. 5 Uhr morgens. Ich bin total verschlafen, als ich nach dem Handy taste und die soeben eingetroffene SMS öffne. Ein Mitarbeiter schreibt:
"Was soll ich zur Arbeit mitnehmen? An Arbeitskleidung?"
Mit geschlossenen Augen tippe ich blind:
"Arbeitssicherheitsschuhe, bitte."
Wieder piept das Telefon. Das ist toll. Weil ich so herausfinde, dass man auch mit geschlossenen Augen mit den Augen rollen kann.
"Sind Sie sich sicher?!", fragt der Mitarbeiter.
Meine Finger klicken schneller auf den antworten-Knopf, als mein Kopf heute morgen denken kann.
"Ja.", schreibe ich.
"Wirklich???", fragt er.
"Ja!", antworte ich.
Gleich darauf trifft die nächste Nachricht ein. Vielleicht bilde ich es mir nur ein, aber ihr "pling" klingt wesentlich dringlicher. Ich öffne ein halbes Auge um auf das Display des Telefons zu schielen.
Schlagartig bin ich wach. Und fange an zu kichern.
"Aber Frau …

Von der Frage an Euch

Bild
Man muss schon ganz schön abgebrüht sein, um seinen Neffen in einem Land, das ihm völlig unbekannt ist, dessen Sprache er nicht spricht und in dem er keinen einzigen anderen Menschen kennt, an einem Sonntag mit all seinen kleinen Habseligkeiten auf die Straße zu setzen. Das zumindest denke ich, als ich meinen Sonntagnachmittag damit verbringe, einen ziemlich verzweifelten Mitarbeiter zu beruhigen und Notunterkünfte sowie Obdachlosenheime abzutelefonieren. Aber immerhin habe ich nach ein, fast zwei Stunden Erfolg und in einem Obdachlosenheim, zwanzig Kilometer von der Kleinstadt entfernt, in der sich der Mitarbeiter befindet, geht eine freundliche, ältere Dame ans Telefon, die sich sofort bereit erklärt, ihm Asyl zu gewähren. Allerdings nur für eine Nacht. Was vermutlich besser als gar nichts ist.

Den Rest des Tages verbringe ich damit, Draht zu verbiegen. Die Arbeit mit den Händen beruhigt mich ein wenig. Trotzdem komme ich nicht umhin, mich ernsthaft zu fragen, wo ich meinen Mitarbei…

Von fünf guten Taten

Bild
Eigentlich ist die Schulung ganz toll, denn ich habe es vermisst, zu lernen und meinen Kopf mit Wissen zu füllen. Entspannter wäre sie allerdings, wenn ich mich nicht ständig erschrecken müsste. Von den 21 Schulungsteilnehmern sind nämlich 18 Frauen. Von denen aller drei bis sieben Minuten eine anfängt zu schreien, weil sich ihr eine Wespe nähert. Um dann panisch um sich schlagend eine Runde um den Konferenztisch zu rennen und sich wieder zu setzen. Das nervt mich irgendwie. Weil es die Schulung, auf die ich Lust habe, ständig unterbricht. Und ich es irgendwie albern finde. Aber ich sage nichts. Zumindest vorerst.
Als es nämlich der einen Dame, dir mir schräg gegenüber sitzt, gelingt, eine der Wespen in ihrem Colaglas zu fangen, platzt mir doch die Hutschnur. Wohlgemerkt: Nicht weil sie die Wespe gefangen hat. Das finde ich völlig okay. Sondern weil sie sich diebisch und laut anfängt darüber zu freuen, dass die Wespe gerade in ihrer Cola zu ertrinken beginnt. Und das finde ich echt un…

Von allem und nichts und nichts von allem

Ich bekomme gerade keine Posts zusammen, weil so viele Gedanken durch meinen Kopf irrlichtern. Da ist mein Körpergewicht, über das ich gerne schreiben würde. Meine Familie, die mich irgendwann noch dazu bringen wird, mich tätowieren und piercen zu lassen, um aufzubegehren. Mein Gefühlschaos, das mir den Verstand raubt. Der Urlaub, den ich noch festhalten wollte. Die Gedanken zu dem Buch über Missbrauch, das ich vor kurzem gelesen habe und das in mir die eine oder andere Erkenntnis hochgespült hat. Ein Termin, der sich in ein paar Wochen jährt und die Gelegenheit wäre, mich selbst mal dazu zu überreden, den emotionalen Harakiri einfach zu riskieren und einen ONS endlich auszuprobieren. Die erneute Ernährungsumstellung, die mein Körper, als Reaktion auf den Zuckerentzug, mit Kopfschmerzen begrüßt. Das vage Gefühl, dass etwas ganz und gar nicht richtig laufen kann, wenn ein siebenjähriges Mädchen eine zweite Portion Nudeln ablehnt, mit der Begründung, dass es nicht fett werden will. Das …

Von Tagebuchsachen

Bild
Mir war gar nicht bewusst, wie gut ich das mit den Angstanfällen noch kann, wenn ich jemandem zu nahe komme. Das Herz in emotionaler Hinsicht auf der Zunge zu tragen, jemanden an mich heranzulassen und mich mit all meinen Gefühlen zu zeigen macht mich so verletzbar. Es fühlt sich an, als würden meine Körpergrenzen aufweichen und meine Haut dünner werden. Ein Brennen, das ich kaum aushalten kann. Einhergehend mit innerer Zerrissenheit:
Einerseits dem Bedürfnis, mich umzudrehen und mit aller Macht die Tür zuzuschlagen, um mich bloß wieder in Sicherheit wähnen zu können. Andererseits dem Wunsch folgend, darauf zu vertrauen, das alles gut werden kann und das ich mich morgen besser, zumindest aber weniger verletzlich fühlen werde. Innerhalb von Sekunden pendle ich vom Einerseits zum Andererseits und zurück. Versuche mich auszubalancieren, die Angst, dass das hier schiefgehen könnte, zurückzudrängen. Tag und Nacht bete ich mir vor, dass ich keine Angst haben muss. Aber es fühlt sich nicht s…

Von 33 Fragen an Frauen / 11-16

Quelle: 33 Dinge, die Männer gern von Frauen wissen wollen, von welt.de 
zu den Fragen 1-11

12. Versteht Ihr die IKEA-Anleitung wirklich nicht oder seid Ihr einfach nur zu faul?

Ich bin gut darin, Dinge zusammenzubauen. Ausgenommen: Sofas, die vom schwedischen Möbelhaus verkauft werden. Wenn ich also wirklich mal etwas zusammenbauen soll und es kein Sofa ist, dann ist davon auszugehen, dass ich einfach zu faul bin und keine Lust habe, mich mit der Anleitung auseinanderzusetzen. Im Grunde genommen macht es ja auch viel mehr Spaß, einem Mann dabei zuzusehen, wie er ein Möbelstück zusammenbaut und die Muskeln spielen lässt. So etwas ist attraktiv. Selbst wenn dabei geflucht wird. Oder gerade, wenn dabei geflucht wird.

13. Warum sagt Ihr so oft nicht, was Ihr wirklich denkt?

Ich finde, ich sage ziemlich oft, was ich denke. Und wenn ich das nicht tue, liegt es hauptsächlich daran, dass ich gerne versuche, nicht so eine richtige Klischee-Frau zu sein, die den Mann dazu zwingt, über Gefühle…

Von Kindertagen

Weil ich heute an Dora denken musste.
Ein alter Post.

Von 33 Fragen an Frauen / 1-11

Zurzeit mag ich keine Freitexte schreiben. Aber das macht ja nichts, weil das Internet ein stetiger Quell der Freude ist. So bin ich über einen (wenig anspruchsvollen) Artikel in der Welt gestoßen, in dem Männer Fragen an Frauen stellen, deren Antwort sie angeblich schon immer mal interessiert hat. Weil ich gerade selbst dabei bin eine Liste von Mädchenfragen zu erstellen, die ich Männern schon immer mal stellen wollte, nutze ich die Gelengeheit und hangle mich mal durch den Wust an mehr oder minder seltsamen Fragen.

Quelle: 33 Dinge, die Männer gern von Frauen wissen wollen, von welt.de
1. Sollen wir Euch auf der Straße ansprechen?

Ja. Ein paar alternative Vorschläge habe ich trotzdem noch:
in der Bahn (Bahngespräche können bezaubernd sein, wenn der Mann interessant ist. Und irgendwie sind sie wild romantisch, weil sie immer mit einem Abschied enden.)in einer Buchhandlung (Mein Favorit! Männer die lesen sind sehr attraktiv!)in einer Kneipe (Wobei es hierbei von Vorteil wäre, wenn du, …

Vom inneren Kind / Stöckchen

Gefunden hier: Hol das Stöckchen!
1. Wenn Du Dir ein Spielzeug zu Weihnachten wünschen würdest, was wäre das?

Am allerliebsten hätte ich eine kleine Fee. Oder einen Mann im Ohr. Beides wollte ich schon immer haben, schon als kleines Kind. Besonders intensiv pflegte ich diesen Wunsch vor diversen Klassenarbeiten. Oder wenn ich mich irgendetwas ängstigte, ich mich einsam fühlte. Ich mochte den Gedanken, nicht allein sein zu müssen.
Wenn eine kleine Fee oder der Mann im Ohr nicht als Spielzeug durchgehen, würde ich mir eine Diddlmaus, einen Jojo, ein Tagebuch mit Schloß, Polly Pocket, das leuchtende Lego-Gespenst, eine Carrera-Autobahn, einen Zaubertroll, ein Keyboard, eine Laterne, einen Stimmungsring und jede Menge Bücher wünschen.
Huch. Als Kind war ich offenbar besser im Wünschen, als ich es heute bin.

2. Wenn Du Deine erwachsene Vernunft für ein paar Stunden abschalten könntest, was würdest Du dann am liebsten anstellen?

Eine Höhle bauen. Oder ein Baumhaus! Ja, ein Baumhaus! Hoch obe…