Vom Schreien

Ich schreie nie, beiße normalerweise nicht um mich und verletze Mitmenschen niemals absichtlich. Und dennoch ist mir gerade danach, genau das zu tun. Ich möchte einfach losbrüllen. Wie verrückt, wie am Spieß und vollkommen unkontrolliert, solange, bis mir die Stimme ausgeht. Aus Wut, aus Frustration, aus verletzten Gefühlen heraus. Zum Abbau von Stress und Druck und überbordenden Emotionen.
Aber ich bleibe still.

Wieviel Kraft mich das wirklich kostet, zeigt mir meine allabendliche Gemütslage. Ich bin, was ungewöhnlich für mich ist, unfassbar nahe am Wasser gebaut. Zurzeit schlafe ich unglaublich früh ein. Denn sobald ich Zuhause bin, überfällt mich eine bleierne Müdigkeit, der ich mich nicht zu entziehen vermag. Trotzdem finde ich mich vier Stunden später hellwach in meinem Bett wieder. Zähle die Stunden bis zum Weckerklingeln runter. Noch immer rasend wütend. Und in Gedanken brüllend.
Morgens bin ich müde.

Das soll vorbeigehen.
Ich will nicht so wütend sein.

Von Wertschätzung und Warnzeichen

102 veröffentlichte Blogposts. 453 Blogposts auf Entwurf. Es ist unfassbar, was ich hier schon alles an Seelenmüll geparkt habe. Es geht mir nicht gut zurzeit. Allerdings kann ich auch nur halb greifen, was es ist, was mich bedrückt. In vielen Momenten denke ich, dass ich aufhören sollte, rumzuspinnen: Denn wenn ich mich unter meinen Mitarbeitern oder den Klienten, die ich im Ehrenamt betreue, umsehe, dann lerne ich, was es bedeutet, Probleme zu haben. Es sollte mir gut gehen. Ich habe eine Wohnung, einen Job, genug zu essen und eine Familie. Bin gesund. Es gibt Menschen, die mich (warum auch immer) schätzen. Sie sagen "Du bist du süß und so hilfsbereit.", "so erfrischend anders" und "Jedesmal wenn ich denke, dass ich dich nun kenne, überraschst du mich erneut". Wenn ich so etwas höre, habe ich das Gefühl, sie unterhalten sich über einen Menschen, den ich nicht kenne.

Vor dem Fenster ist der Himmel schwarz. Es blitzt und donnert wie verrückt. Ein guter Moment wäre das, um sich unter der Decke zu verkriechen, dem Regenrauschen zuzuhören und den Tag vorbeiziehen zu lassen. Aber ich sollte ein wenig auf mich aufpassen. Das, was ich hier mache, ist gerade nicht gut. Wenn ich mich bereits morgens so fühle, als ob ich den Tag nicht ertragen könne, ist das bei mir als absolutes Warnzeichen aufzufassen. Ich muss schauen, dass ich mich etwas entlaste. Wieder mehr Boden unter den Füßen bekomme. Ich brauche einen Plan. Oder zumindest eine Idee von einem Plan. Oder... ein bisschen Sicherheit und Geborgenheit, Liebe und Zuneigung. Sich einfach so unterkriegen zu lassen ist ja keine Option, nicht wahr?

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