Von der Gefühlsachterbahn

Es ist die Zeit der Oktoberfeste und auf einem solchen befinde ich mich schließlich am Samstagabend. Aus beruflichen Gründen. Der Brausepulvermann ist nicht anwesend. Und so gehe ich entspannt an diesen Abend heran, drehe mich in meinem Dirndl über die Tanzfläche und lasse mich, um meine Füße zu schonen, immer mal wieder von Gespräch zu Gespräch treiben.
"Wer ist eigentlich der Mann, der dich so scharf findet?", fragt eine Bekannte, "Zeigst du ihn mir?".
Als ich auf einen Mann, an einem der Tische in unserer näheren Umgebung, deute, zieht sie die linke Augenbraue nach oben.
"Ernsthaft?!", fragt sie, "Dem ist aber schon klar, dass er so gar nicht in deiner Liga spielt, oder?"
"Bitte?", frage ich verblüfft.
"Na ja. Der ist ungefähr 15 Jahre älter als du und... nicht dünn. Und er bekommt graue Haare!"
Ich schweige. Mir gefällt nicht, was sie sagt. Weil ich Laurenz mag. Ihn und seine Augen. Die mir so viel mehr über ihn verraten, …

Vom Wunsch nach stoppschrumpfblaumachen

Als ich klein war, lief diese komische Serie im Fernsehen, in der die Hauptdarstellerin die Zeit anhalten konnte: Wann immer ihr danach war, klatschte sie in die Hände und alles um sie herum stand still. Das möchte ich auch können. Und wenn dieser Wunsch unerfüllbar ist, dann möchte ich zumindest wie Alice im Wunderland sein und mich, mit dem passenden Trank, schrumpfen können. Vielleicht würde es mir auch schon helfen, heute einfach Zuhause zu bleiben. Einen Tag lang zur Ruhe kommen zu können.

Mir geht es nicht gut. Ich bin heillos überfordert: Von den emotionalen Dingen abgesehen (die schon reichen, weil ich schnell zu überfordern bin) hat mir mein Vater gestern eine Offenbarung gemacht, die mich wirklich sorgt. Und ich hatte so ein komisches Gefühl gestern Abend, als wir uns von einander verabschiedet haben. Ich habe ihn umarmt und ihm gesagt, dass ich ihn lieb habe. Habe ihn dreimal zurückgerufen, um ihn nochmals zu umarmen und zu bitten, er möge auf sich aufpassen.

...
Das letzte Mal hatte ich dieses merkwürdige Gefühl in so einer Intensität kurz vor seinem Schlaganfall. Es war genau die gleiche Situation: Wir haben uns wieder und wieder von einander verabschiedet. Er war ganz berührt und ich hatte Angst, ihn gehen zu lassen.
Abends, als ich im Bett liege, frage ich mich, ob er sich etwas antun würde.
Ich habe Angst, mir diese Frage zu beantworten.
Wie auch so einige andere.
Lieber will ich mich irgendwo verstecken und nicht mehr herauskommen und an was anderes denken. Ich bin viel zu angekratzt. Wenn ich mich morgens schon so fühle, kann dieser Tag nur schwierig werden. Wahrscheinlich bin ich einfach müde. Nur drei Stunden Schlaf.

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