Vom Irren

Es ist nicht so, dass ich nicht versucht habe, mich mit ihm darüber zu unterhalten. Aber wenn ich daran denke, wird mir übel. Weil ich seine Argumentation so unterirdisch finde.
"Was soll ich denn tun, wenn ich dich anfassen will? Dann muss ich das doch."
"Ich kann nichts dafür, dass du scharf bist."
"Du tust ja gerade so, als hätte ich dich vergewaltigt."
"Nicht, dass du jetzt zu einer frigiden Trulla wirst!"

Heute hat mich jemand, der diesen Blog liest, gefragt, ob mich dieses Thema, das ich in meinem Jahresrückblick angeschnitten habe, noch beschäftigt. Meine Antwort war "Ja." Danach konnte ich nicht mehr sprechen, weil der müselig zusammengekleisterte Staudamm sich angefühlt hat, als wäre er kurz davor, zu brechen. Ich hatte sofort Tränen in den Augen und einen riesigen Kloß im Hals. Das hat mich selbst erschrocken. Bisher war mir nicht bewusst, wie tief meine Empfindungen dazu gehen. Aber wie sollte mir das auch bewusst sein: Ich…

Vom Wunschdenken

Ach, lass uns doch blaumachen. Wir zeigen der restlichen Welt den Stinkefinger, füllen die Thermoskannen mit Kaffee und fahren zum Meer. Einmal in meinem Leben mag ich mir einen spießigen Strandkorb ausleihen. Einen Doppelbett-Srandkorb. Wir nehmen ein dickes Federbett, ganz viel Schokolade und ein paar Chips mit, krümeln all das ins Bett und lauschen dem Wellenrauschen. Dem Schreien der Möwen. Dem Wind. Ab und an klingen ein paar Gesprächsfetzen vorbeigehender Spaziergänger zu uns. Nachts will ich mit dir Wein trinken, Sterne zählen und Geschichten tauschen. Wenn du willst, teilen wir das Päckchen Gras, dass ich seit Jahren in meiner Geldbörse aufhebe und träumen ein wenig. Ich kuschle meinen Kopf in deine Halsbeuge und fühle mich geborgen.


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