Vom Schwindel

In letzter Zeit ist mir oft schwindelig. Hauptsächlich dann, wenn ich mich hinlege oder mich im Liegen von einer Seite zur anderen umdrehe. Wenn ich aufstehe, verschwindet das Schwindelgefühl meistens. Nur morgens, direkt nach dem Weckerklingeln, begleitet es mich noch für ein paar Minuten. Dann muss ich aufpassen, dass ich keine abrupten Bewegungen mit dem Kopf vollführe, weil es mir sonst die Beine wegzieht. Vor kurzem hatte ich mir vorgenommen, deswegen mal zum Arzt zu gehen. Aber dann verschwand der Schwindel wieder.

Nun ist er, seit ein paar Tagen, wieder da. Morgens muss ich aufpassen, dass ich nicht zu schnell aufstehe und mich nicht zu ruckhaft bewege, damit ich nicht umfalle. Heute hatte ich, nach einem wirklich harten Arbeitstag, zum ersten Mal auch tagsüber etwas vom Schwindel. Auf der Heimfahrt, nach der Arbeit, hätte ich am liebsten, wie ein kleines Mädchen, losgeheult. Vor Erschöpfung, Wut und Frustration über die Herausforderungen, die mein Arbeitstag für mich bereithie…

Von Tagebuchsachen

Zurzeit bin ich ziemlich verletzlich. Ich merke das daran, dass sich meine Haut am Ende des Tages so dünn anfühlt, als könnte sie unter der leichtesten Berührung reißen. Das ist ein Gefühl, dass ich kaum auszuhalten vermag. Und dem ich früher mit Rasierklingen entgegengewirkt habe. Um Kontraschmerz zu schaffen. Heute versuche ich es auszuhalten. So lange wie möglich. Und bohre maximal den Fingernagel meines Zeigefingern so stark ich kann in meine Daumenkuppe. Das hilft für den Augenblick. In diesen Momenten fühle ich mich regelrecht autistisch. Denn das, was ich eigentlich bräuchte, wäre eine viel zu feste Umarmung, die ich auf jeder Faser meiner Haut spüren und aus der ich mich nicht lösen könnte. Oder jemanden, der seine Hände behutsam um meine Handgelenke schließt, den Daumen dorthin schiebt, wo man den Puls fühlen kann. Die - für mich - intimste Berührung der Welt.

Momentan versuche ich mich von allem, was ein potentielles Verletzungsrisiko birgt, fernzuhalten. Von entsprechenden Gegenständen. Und von Menschen, die mir gefährlich werden könnten. In den letzten ein, zwei Jahren sind mir Teile der Naivität und der Gutgläubigkeit, mit denen ich vorher auf mir unbekannte oder auch lange bekannte Menschen zugegangen bin, abhandengekommen. Das ist doof. Ich habe es immer an mir gemocht, dass ich vollkommen unbedarft auf andere Menschen zugehen konnte. Es ist zweifellos schwerer geworden, sich mein Vertrauen zu verdienen. Früher habe ich es freigiebig verschenkt. Heute achte darauf, wem ich es anvertraue. Und misstraue manchmal sogar. Ohne einen legitimen Grund dafür nennen zu können. Das ist nicht gut. Viel lieber will ich grundsätzlich vom Guten ausgehen. Das Gute in allem und jedem sehen. Überall.

Kommentare

  1. Ach Muschelmädchen! Ich kann Dich leider nur virtuell umärmeln ...

    Ich kenne die Diskrepanz zwischen "Vertrauen schenken" und "Vertrauen erarbeiten". Bei mir ist inzwischen auch eher das "Erarbeiten" angesagt. Vertrauen ist ein hohes Gut, da muss man mit dem "Verschenken" schon sparsam und vorsichtig umgehen.

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    1. Danke für die Umärmelung.
      Vielleicht aber sollten wir uns viel mehr und viel öfter verschenken?
      Mut zum Risiko.

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