Von 33 Fragen an Frauen / 1-11

Zurzeit mag ich keine Freitexte schreiben. Aber das macht ja nichts, weil das Internet ein stetiger Quell der Freude ist. So bin ich über einen (wenig anspruchsvollen) Artikel in der Welt gestoßen, in dem Männer Fragen an Frauen stellen, deren Antwort sie angeblich schon immer mal interessiert hat. Weil ich gerade selbst dabei bin eine Liste von Mädchenfragen zu erstellen, die ich Männern schon immer mal stellen wollte, nutze ich die Gelengeheit und hangle mich mal durch den Wust an mehr oder minder seltsamen Fragen.

Quelle: 33 Dinge, die Männer gern von Frauen wissen wollen, von welt.de
1. Sollen wir Euch auf der Straße ansprechen?

Ja. Ein paar alternative Vorschläge habe ich trotzdem noch:
in der Bahn (Bahngespräche können bezaubernd sein, wenn der Mann interessant ist. Und irgendwie sind sie wild romantisch, weil sie immer mit einem Abschied enden.)in einer Buchhandlung (Mein Favorit! Männer die lesen sind sehr attraktiv!)in einer Kneipe (Wobei es hierbei von Vorteil wäre, wenn du, …

Von der Enttäuschung

Es gibt Tage, die braucht kein Mensch.
Heute war so ein Tag.

Irgendwann habe ich Erhardt verloren. Als er schon nicht mehr bei mir beschäftigt war. Trotzdem ist er noch manchmal, wann immer er aller paar Wochen Zeit dafür hatte, auf einen Kaffee vorbeigekommen. Um mit mir zu reden, mir von seinem kranken Vater zu erzählen und sich nach meinem Wohlergehen zu erkundigen. Bis zu einem Donnerstag vor ein paar Monaten.

Natürlich wusste ich immer, dass er mit mir schäkert. Und ich habe zurück geflirtet. Nicht aggressiv und fordernd, sondern sanft und subtil. Einfach herzlich. Weil wir einander mögen. Aus Sympathie und Zuneigung. Allerdings kam mir nie die Idee, dass er das wirklich ernst meinen könnte. Denn wir würden ein wirklich drolliges Paar abgeben. Er, der alte Mann, und ich, die jüngere Frau, die ihn ohne hohe Schuhe um anderthalb Köpfe überragt. Die Frau, die Bücher liebt, vernarrt in einen Analphabeten. Den sie über Jahre beschäftigt hat und dessen Vorgesetzte sie war. Der schlagerliebende Schwofer und die headbangende Rockgöre.
An dem Tag, an dem ich Erhardt erzähle, dass ich keine Beziehung suche, verprelle ich ihn. Ein Gespräch, das mir über Monate immer wieder im Kopf herumschwirren und mich beschäftigen wird. Es geht mir nahe. Zu nahe. Ich hadere mit mir selbst, weil ich zu blind war, die Ernsthaftigkeit seiner Gefühle wahrzunehmen. Ich wollte ihm weder wehtun noch wollte ich ihn verärgern. Mein schlechtes Gewissen nagt an mir. In stummer Regelmäßigkeit. Ich gehe nicht davon aus, ihn je wiederzusehen.

Und dann steht er heute, zum ersten Mal seit Monaten, wieder im Büro. Dieser Mensch, der sich mir mit den Jahren tief unter die Haut gelegt hat. Müde sieht er aus. Überarbeitet, abgekämpft und dünn. Unser Gespräch ist anders als sonst. Ernsthafter. Stiller. Ich bin ziemlich verunsichert, habe Schwierigkeiten, ihm in die Augen zu sehen und kann mich, im Gegensatz zu sonst, gar nicht so recht von Herzen freuen, ihn wiederzusehen. Weil ich das Gefühl habe, dass ich meine Gefühle - die Erleichterung, ihn zu sehen - lieber nicht zeigen sollte. Und mein Herz nicht auf der Zunge zu tragen, ist so unendlich schwer für mich. Wenn man mir die Herzlichkeit nimmt, wenn ich nicht mehr herzlich und zugewandt sein darf, bleibt kaum noch etwas von mir übrig.
"Ich habe dir eine Kette gekauft.", sagt er leise, als wir uns voneinander verabschieden. "Eine kleine Kette mit einem Diamanten. Ich fand, sie passt zu dir und ich will sie dir schenken, wenn ich dich das nächste Mal besuche."
Ich bin nicht gut darin, mich zu verstellen. Vermutlich sieht mein Gesichtsausdruck genauso gequält aus, wie ich mich fühle.
"Mach das nicht...", sage ich sanft, "Du hast so wenig Geld. Gib das, was du hast, lieber aus, um dir etwas Gutes zu tun."
Er aber schüttelt nur den Kopf.
Tritt nach draußen und schließt still die Tür still hinter sich.
Als er gegangen ist, fühle ich mich schlecht.

Kommentare

  1. Warum fühltest Du Dich schlecht?

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    1. Weil es falsch ist. Weil ich seine Gefühle nicht ernst genug genommen habe, weil ich keine Geschenke von ihm will (vor allem nicht so teure, er hat ja kaum genug Geld für sich selbst und seinen pflegebedürftigen Vater), weil ich trauig darüber bin, dass unsere Bekanntschaft nun einen solchen Weg einschlägt.

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