Vom Schwindel

In letzter Zeit ist mir oft schwindelig. Hauptsächlich dann, wenn ich mich hinlege oder mich im Liegen von einer Seite zur anderen umdrehe. Wenn ich aufstehe, verschwindet das Schwindelgefühl meistens. Nur morgens, direkt nach dem Weckerklingeln, begleitet es mich noch für ein paar Minuten. Dann muss ich aufpassen, dass ich keine abrupten Bewegungen mit dem Kopf vollführe, weil es mir sonst die Beine wegzieht. Vor kurzem hatte ich mir vorgenommen, deswegen mal zum Arzt zu gehen. Aber dann verschwand der Schwindel wieder.

Nun ist er, seit ein paar Tagen, wieder da. Morgens muss ich aufpassen, dass ich nicht zu schnell aufstehe und mich nicht zu ruckhaft bewege, damit ich nicht umfalle. Heute hatte ich, nach einem wirklich harten Arbeitstag, zum ersten Mal auch tagsüber etwas vom Schwindel. Auf der Heimfahrt, nach der Arbeit, hätte ich am liebsten, wie ein kleines Mädchen, losgeheult. Vor Erschöpfung, Wut und Frustration über die Herausforderungen, die mein Arbeitstag für mich bereithie…

Vom Wochenende


"Er sah den langen, langsamen Pazifikwellen zu, die über den Sand heranrollten, und wartete und wartete auf das Nichts, das, wie er wußte, jeden Moment passieren würde. Als die Zeit kam, daß es nicht passierte, passierte es pflichtgemäß nicht, und so verläpperte sich der Nachmittag, die Sonne ging hinter der langen Horizontlinie des Meeres unter, und der Tag war zu Ende."

(Douglas Adams: Macht´s gut, und danke für den Fisch)

An diesem Wochenende fällt es mir schwer, das Kopfchaos loszulassen. Aber irgendwann, vielleicht nach dem zehnten oder dreizehnten Kilometer, den mein Papa und ich zurücklegen, leert sich mein Kopf. Und spätestens als wir spontan anfangen loszurennen, um uns vollbekleidet ins Meer zu stürzen, denke ich gar nichts mehr. Außer das ich hier bin und dass ich lebe. Und dass das schön ist und ich jeden Moment dieses Lebens genießen sollte.
Am blauen Himmel steht die strahlende Sonne. Wir laufen dem Meer hinterher, das sich langsam zurückzieht, wandern hinein in das Watt, versinken bis zu den Knien in Schlamm, hinterlassen Spuren dort, wo in den letzten Stunden niemand mehr war. Plötzlich kann ich mich in alle Richtungen drehen und sehe nirgendwo mehr Menschen. Stattdessen besteht die Welt nur noch aus Horizont. Das Gefühl von Freiheit kitzelt sich durch mich hindurch. Mit den Fingerspitzen male ich Herzen an den Horizont. Halb lachend, halb weinend.

Stunden später rettet uns ein Einheimischer. Das Wasser kommt mit rasanter Geschwindigkeit zurück. Aber er, der hier wohnt, direkt hinter dem Deich sein Zuhause gefunden hat, kennt die Sandbänke, die durch die Priele zurück an das rettende Ufer führen. Wenn ich das Gefühl habe, der Strömung nicht mehr standhalten zu können, reicht er mir die Hand, lacht herzlich und winkt beruhigend ab. Er kennt dieses Watt wie seine Westentasche. Mein Handy, das sich in meiner Hosentasche befindet, stirbt unterdessen einen elendigen Wassertod. Und erst zerbreche ich mir den Kopf darüber, dass sich ja irgendjemand Sorgen um mich machen und versuchen könnte, mich telefonisch zu erreichen. Bis mir klar wird, dass diese Gedanken vollkommen unnötig sind. Plötzlich wird mir bewusst, wie sehr ich mich von diesem digitalen Dingelhopper versklaven lasse. Also lasse ich das Handy dort, wo es ist. Ich wechsle es weder, noch versuche ich, es zu trocknen. Vielleicht, um ein kleines bisschen Freiheit festzuhalten.

Zum Abendbrot gibt es Eis und als Nachttisch Spargel, Schnitzel und Kartoffeln.
Die Diät darf morgen wieder nerven.
Heute will ich nur genießen.
Das gute Essen, meine sonnenerhitzte, glühende Haut, die müden Füße und das Leben.
Tage wie diese sollten nicht enden.









Kommentare

  1. Klingt gut. Ich mag den Leuchtturm.

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  2. Solche Tage sind ganz wichtig. Sie geben Kraft.
    Und man darf sie einfach genießen.

    Die Bilder sind schön. Und sie verstärken meine Vorfreude.
    Nicht mal mehr 2 Wochen...

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    1. Stimmt.
      Bald ist es soweit! Hab eine tolle Zeit an der Nordsee und lass es dir gut gehen. Grüß das Meer von mir...

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  3. Hübsche Beine!!!
    Und ich muss noch 4 Monate bis zum Nordseeurlaub warten :-(

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    1. Dreckige Beine ;-)
      Vier Monate? Ach, die Zeit wird schnell vergehen.
      Genieß die Vorfreude. :-)

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  4. Ach wie schoen.
    Mir geht das Herz auf.
    Du machst das schon alles richtig.

    Es gruesst janz brav das Schaaf

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    1. Vielen Dank.
      Ich arbeite daran ;-)

      Brave, vor allem aber sonnige Grüße zurück.

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