Von verhexten Beziehungen

In den letzten Minuten hab ich viele Sätze getippt, nur um sie anschließend wieder zu löschen. Ich kann fühlen, was ich schreiben will, aber es fällt mir schwer, es auf den Punkt zu formulieren: Es beschäftigt mich seit ein paar Tagen mal wieder intensiv, dass ich in den allermeisten meiner Beziehungen das Gefühl habe, nicht gesehen zu werden und nicht gut genug zu sein.  Da ist zum Beispiel die enge Freundin, die mir Tag und Nacht WhatsApp-Nachrichten schreibt, mich quasi in Echtzeit an ihrem Seelenleben teilhaben lässt, aber nicht einmal auf die Idee kommt, mich zu fragen, was los ist, obwohl ich klar formuliere, dass es mir nicht gut geht. Da ist der Mann, der in all den Jahren nicht auf die Idee gekommen ist, mich heiraten zu wollen. Vermutlich weil ich nicht gut genug bin. Was einerseits okay ist, weil ich nicht heiraten will, aber andererseits in stummer Beharrlichkeit das Gefühl in mir erzeugt hat, dafür wohl nicht gut genug zu sein. Ein Gefühl, das schmerzt. Da ist die Freundin

Vom Morgen

Lass uns heute im Bett bleiben und die Stille genießen, die der Samstag mit sich bringt: Wir öffnen das Fenster so weit, dass das Zimmer von Sonne durchflutet wird und lauschen dem Zwitschern der Vögel. Die hellen Vorhänge am Fenster wiegen sich im Wind und manchmal kühlt ein Luftzug unsere erhitzte Haut. Ich streiche mit den Fingerspitzen über deine Stirn, die Augenbrauen, die geschlossenen Lider. Küsse zart deine Lippen, die Nasenspitze, das Schlüsselbein.
Wenn du jetzt mit mir schläfst, tue es sanft. Halte mich fest, während du in mich eindringst, und lass uns dem Höhepunkt langsam und träge entgegenschaukeln. Du in mir, ich neben dir. In einander verschlungen haben wir alle Zeit der Welt.
Zum Nachtisch naschen wir Schokoladeneis im Bett.

(https://stocksnap.io/photo/PKNFYSTO4E, 02.09.2017)

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