Vom Schwindel

In letzter Zeit ist mir oft schwindelig. Hauptsächlich dann, wenn ich mich hinlege oder mich im Liegen von einer Seite zur anderen umdrehe. Wenn ich aufstehe, verschwindet das Schwindelgefühl meistens. Nur morgens, direkt nach dem Weckerklingeln, begleitet es mich noch für ein paar Minuten. Dann muss ich aufpassen, dass ich keine abrupten Bewegungen mit dem Kopf vollführe, weil es mir sonst die Beine wegzieht. Vor kurzem hatte ich mir vorgenommen, deswegen mal zum Arzt zu gehen. Aber dann verschwand der Schwindel wieder.

Nun ist er, seit ein paar Tagen, wieder da. Morgens muss ich aufpassen, dass ich nicht zu schnell aufstehe und mich nicht zu ruckhaft bewege, damit ich nicht umfalle. Heute hatte ich, nach einem wirklich harten Arbeitstag, zum ersten Mal auch tagsüber etwas vom Schwindel. Auf der Heimfahrt, nach der Arbeit, hätte ich am liebsten, wie ein kleines Mädchen, losgeheult. Vor Erschöpfung, Wut und Frustration über die Herausforderungen, die mein Arbeitstag für mich bereithie…

Von 8 guten Dingen

Was gut ist:
  1. Morgens das Dachfenster zu öffnen und tausende von kleinen Regentropfen im Licht glitzern zu sehen. Hinter den Tropfen, in verwaschenen Streifen, das rosarote Morgenrot zu erahnen.
  2. Die Bettdecke noch einmal bis zur Nasenspitze zu ziehen und sich in der Wärme der Nacht einzukuscheln. Die Augen zu schließen und sich selbst zu umarmen.
  3. Sich zufällig im Spiegel zu sehen und sich wieder daran zu erinnern, dass der Friseur gestern auf die Aufforderung "Tun sie, was immer sie wollen." die Schere zur Hand genommen hat, um den Haarschopf um 10cm zu kürzen. Ich greife mit beiden Händen in meine Haare, wuschle sie durcheinander und strecke meinem Spiegelbild die Zunge raus.
  4. Milchkaffee zu trinken. Aus meiner riesigen weißen Tasse mit den blauen Pünktchen. "Life is lovely" steht in rosa Lettern auf ihr geschrieben.
  5. Sonnensteinchens kleine Aufmerksamkeiten zu genießen. Die wieder und wieder schnurrend zu mir aufs Sofa spingt, um ihr Köpfchen an meiner Wange zu reiben. Sie dabei, leise und zufrieden, guren zu hören.
  6. Die frische Luft, die durch das geöffnete Fenster schwappt, tief einzuatmen. Den feinen, aber scharfkantigen Schmerz zu spüren, der sich bei der Erinnerung daran, das Opa nicht mehr ist, durch den Körper zieht. Dennoch am Leben zu sein.
  7. Im Bett liegend die Vogelschwärme dabei zu beobachten, wie sie über das Haus hinwegziehen. Den bunten Blättern dabei zuzusehen, wie sie ein letztes Mal im Wind tanzen, bevor sie zu Boden gehen.
  8. Zum Frühstück Schokoladeneis zu essen. Dabei dem leisen Knacken der Schallplatte, die "La vie en rose" von Edith Piaf spielt, zuzuhören. Und sich dabei wieder wie ein kleines Kind zu fühlen. An einen Tag voller Abenteuer und eine Welt voller Wunder glaubend.

Kommentare

  1. Diese schönen (und vielleicht gar nicht so kleinen) Dinge zu schätzen hilft den Wundern dieser Welt sehr dabei, wahr werden zu können. Das glaube ich ganz fest :-).

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