Vom Schwindel

In letzter Zeit ist mir oft schwindelig. Hauptsächlich dann, wenn ich mich hinlege oder mich im Liegen von einer Seite zur anderen umdrehe. Wenn ich aufstehe, verschwindet das Schwindelgefühl meistens. Nur morgens, direkt nach dem Weckerklingeln, begleitet es mich noch für ein paar Minuten. Dann muss ich aufpassen, dass ich keine abrupten Bewegungen mit dem Kopf vollführe, weil es mir sonst die Beine wegzieht. Vor kurzem hatte ich mir vorgenommen, deswegen mal zum Arzt zu gehen. Aber dann verschwand der Schwindel wieder.

Nun ist er, seit ein paar Tagen, wieder da. Morgens muss ich aufpassen, dass ich nicht zu schnell aufstehe und mich nicht zu ruckhaft bewege, damit ich nicht umfalle. Heute hatte ich, nach einem wirklich harten Arbeitstag, zum ersten Mal auch tagsüber etwas vom Schwindel. Auf der Heimfahrt, nach der Arbeit, hätte ich am liebsten, wie ein kleines Mädchen, losgeheult. Vor Erschöpfung, Wut und Frustration über die Herausforderungen, die mein Arbeitstag für mich bereithie…

Vom Weg



„Dieses Lächeln machte mich frei. Es war ein ebenso endgültiges, in seinen Folgen selbstverständliches und nicht mehr umkehrbares Ereignis wie die Erscheinung der Sonne. Es öffnete den Zutritt zu etwas Neuem. Nichts hatte sich geändert, alles war verwandelt.“

(Antoine de Saint-Exupéry: Brief an einen Ausgelieferten)

Während ich in das Feuer schaue, denke ich darüber nach, dass es mir langsam besser geht und ich das Gefühl habe, annehmen zu können, was das Leben mir gibt. Anstatt ihm den Finger zu zeigen und wütend zu sein, beginne ich, ganz tief in mir selbst, zu spüren, dass ich ein weiteres Mal gestärkt aus einer für mich schwierigen Situation herausgehe. Ich definiere meine Grenzen, laut, und gebe mir selbst damit mehr Kontur als je zuvor. Das fühlt sich gut an, stelle ich fest, und schmunzle in mich hinein. Die Flammen tanzen vor meinen Augen.

„Manchmal habe ich das Gefühl, dass in deinem Lächeln eine ganze Welt liegt.“, sagt sie und sieht mich nachdenklich an. Ich werde rot. „Eine Welt aus Schokolade, Liebe, Gras, Gänseblümchen und Meer.“, sage ich leise. Das Feuer knistert und knackt und wir versinken wieder in einem angenehmen Schweigen. Es ist ein Schweigen, das hoffen lässt. Ich glaube, der Weg, den ich eingeschlagen habe, ist der richtige. Es ist mein Weg.

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