Vom Schwindel

In letzter Zeit ist mir oft schwindelig. Hauptsächlich dann, wenn ich mich hinlege oder mich im Liegen von einer Seite zur anderen umdrehe. Wenn ich aufstehe, verschwindet das Schwindelgefühl meistens. Nur morgens, direkt nach dem Weckerklingeln, begleitet es mich noch für ein paar Minuten. Dann muss ich aufpassen, dass ich keine abrupten Bewegungen mit dem Kopf vollführe, weil es mir sonst die Beine wegzieht. Vor kurzem hatte ich mir vorgenommen, deswegen mal zum Arzt zu gehen. Aber dann verschwand der Schwindel wieder.

Nun ist er, seit ein paar Tagen, wieder da. Morgens muss ich aufpassen, dass ich nicht zu schnell aufstehe und mich nicht zu ruckhaft bewege, damit ich nicht umfalle. Heute hatte ich, nach einem wirklich harten Arbeitstag, zum ersten Mal auch tagsüber etwas vom Schwindel. Auf der Heimfahrt, nach der Arbeit, hätte ich am liebsten, wie ein kleines Mädchen, losgeheult. Vor Erschöpfung, Wut und Frustration über die Herausforderungen, die mein Arbeitstag für mich bereithie…

Vom Mann-mit-Ahnung


(Im Moment ist mir ja nicht so nach Gelächter. 
Deshalb krame ich eine olle Kamelle aus, 
die eigentlich ein bisschen zu schade ist, 
um im Import-Ordner zu versauern. 
Lacht ihr doch mal eine Runde. 
Für mich mit.)

Ich rufe bei der Support-Hotline meines Internetanbieters an. Nachdem ich zehn Minuten in der Warteschleife hänge und das Klavierstück, das mir in den Ohren dröhnt, bereits parallel auf meinem Keyboard mitklimpern kann, bin ich ein bisschen frustriert. Meine Bank hat mehr Humor, was ihre musikalische Warteschleifen-Musik angeht. Die spielen wenigstens „Don´t worry, be happy“ und man kann, um sich die Zeit zu vertreiben, laut mitsingen.
Nichtsdestotrotz erwische ich irgendwann einen der offensichtlich rar gesäten Mitarbeiter. Natürlich genau in dem Moment, in dem ich einen Schluck Wasser trinke und nicht davon ausgehe, dass heute noch jemand mein Gespräch annehmen wird.

Mann mit Ahnung [höchst übermotiviert]: Internetanbieter von Muschelmädchen, Eber mein Name. Wie kann ich ihnen helfen?
Muschelmädchen [um Atem ringend]: … *örks* …
Mann mit Ahnung [verwirrt]: Wie bitte?
Muschelmädchen [hustend]: Ich habe mich verschluckt.
Mann mir Ahnung [mitfühlend]: Das tut mir leid! [Tut es nicht. Ich kann ihn grinsen hören!!]
Muschelmädchen [erfreut]: Danke! Das ist echt nett von ihnen.
Mann mit Ahnung [immer noch übermotiviert]: So sind wir! Wir sind ja nicht grundlos ihr Internetanbieter.
Muschelmädchen [beißt sich auf die Lippen, um sich das Kichern zu verkneifen]: Was können sie denn noch so?
Mann mit Ahnung [provokant]: Lassen sie ihre Fantasie spielen.
Muschelmädchen [halbwegs sprachlos und höchst intellektuell wirkend, beweist im Folgenden ungewollt ihre höchst dreckige Fantasie.]: …öhm…!
Mann mit Ahnung [lachend]: Ich nehme an, ich kann ihnen zum Beispiel helfen.
Muschelmädchen [hoffnungsvoll]: Ja..? Ich wette, sie verweisen mich gleich an eine andere Nummer, bei der ich wieder zwanzig Minuten in der Warteschleife hänge und währenddessen an Internetlosigkeit verzweifle. Ich kenne sie doch!
Mann mit Ahnung [auffordernd und ziemlich provokativ]: Ich wette dagegen. Lassen sie es drauf ankommen. Ihr Internet funktioniert also nicht. Verraten sie mir ihre Kundennummer?
Muschelmädchen [Ausnahmsweise mal voll gut vorbereitet!]: Ja. Das ist die …

[Wir verbringen einige Minuten damit, Daten abzugleichen und Probleme zu erörtern.]

Mann mit Ahnung [pragmatisch]: Dann verraten sie mir jetzt einmal ihre sbkjfb.
Muschelmädchen [völlig ahnungslos]: Meine was?
Mann mit Ahnung [eine Engelsgeduld besitzend]: Ihre sbkjfb.
Muschelmädchen [sich ein bisschen blöd vorkommend]: Was ist denn das?!
Mann mit Ahnung [immer noch freundlich]: Das ist…

[Er erzählt etwas Fachchinesisches und ich vergesse, irgendwo ab dem ersten Drittel, ihm zuzuhören. Ich brauche dringend einen Kaffee. Ohne Kaffee geht hier nichts.]

Mann mit Ahnung [seinen Vortrag abschließend]: Und? Verraten sie sie mir jetzt? Ihre sbkjfb?
Muschelmädchen [ganz charmant]]: Ich fürchte, ich muss ihnen etwas sagen!
Mann mit Ahnung [semi-neugierig]: Ja?
Muschelmädchen [verwirrt]: Ich bin eine F-r-a-u!
Mann mit Ahnung [Leicht amüsiert. Ziemlich trocken.]: Ja, so etwas dachte ich mir schon.
Muschelmädchen [provokant]: Wollen sie, dass ich für sie singe?
Mann mit Ahnung [überrascht]: Was wollen sie mir denn singen?
Muschelmädchen [singt einfach los]: Mir geht’s so gut, weil ich ein Mädchen bin, / weil ich ein Mähähähädchen bin! / Komm doch mal rüber, Mann, / und setz dich zu mir hin, / weil ich ein Mädchen bin, weil ich ein Mädchen bin! / Keine Widerrede, Mann, / weil ich ja sowieso gewinn´, / weil ich ein Mähähähädchen bin!!!
Mann mit Ahnung [nun laut lachend]: Sie sind keine Sängerin, oder?
Muschelmädchen [schmollend]: Nö. Aber darum ging es mir auch nicht. Ich wollte ihnen damit nur sagen, dass ich keine verdammte Ahnung von T-e-c-h-n-i-k habe. Ich bin eine F-r-a-u!
Mann mit Ahnung [immer noch hemmungslos kichernd]: Ah! Jetzt habe ich es verstanden!
Muschelmädchen [freundlich]: Und was machen wir nun, Herr Eber?
Mann mit Ahnung [grinsend. Ich bin mir einfach sicher, dass er grinst!]: Das ist ganz einfach, Frau Muschelmädchen. Gehen sie mal zu ihrem Gerät, drehen sie es um und diktieren sie mir die dritte Nummer von oben! Dann kann ich das Problem von hier aus beheben.

[Ich befolge seine Anweisung.]
[30 Sekunden später]

Muschelmädchen [überrascht und erfreut]: Wie? Was? So einfach war das jetzt?!
Mann mit Ahnung [bestätigend]: Ja!
Muschelmädchen [ehrlich beeindruckt]: Darf ich sie jetzt immer anrufen?
Mann mit Ahnung [lachend]: Versuchen sie es. Ich würde mich freuen!
Muschelmädchen [lächelnd]: Ich mich auch! So einfach, schnell und lustig wurde hier noch nie eines meiner Probleme behoben. Dankeschön!
Mann mit Ahnung [lächelnd. Ich weiß es einfach.]: Mir hat auch noch nie eine unserer Kundinnen ein Lied gesungen. Ich sagte doch, ich kann eine Menge. Schön, dass ich sie überzeugen konnte!

Hach... ein Herz für meinen Internetanbieter! Vielleicht rufe ich da jetzt öfter an... :-)


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