Vom Schwindel

In letzter Zeit ist mir oft schwindelig. Hauptsächlich dann, wenn ich mich hinlege oder mich im Liegen von einer Seite zur anderen umdrehe. Wenn ich aufstehe, verschwindet das Schwindelgefühl meistens. Nur morgens, direkt nach dem Weckerklingeln, begleitet es mich noch für ein paar Minuten. Dann muss ich aufpassen, dass ich keine abrupten Bewegungen mit dem Kopf vollführe, weil es mir sonst die Beine wegzieht. Vor kurzem hatte ich mir vorgenommen, deswegen mal zum Arzt zu gehen. Aber dann verschwand der Schwindel wieder.

Nun ist er, seit ein paar Tagen, wieder da. Morgens muss ich aufpassen, dass ich nicht zu schnell aufstehe und mich nicht zu ruckhaft bewege, damit ich nicht umfalle. Heute hatte ich, nach einem wirklich harten Arbeitstag, zum ersten Mal auch tagsüber etwas vom Schwindel. Auf der Heimfahrt, nach der Arbeit, hätte ich am liebsten, wie ein kleines Mädchen, losgeheult. Vor Erschöpfung, Wut und Frustration über die Herausforderungen, die mein Arbeitstag für mich bereithie…

Von Mausefallen

"Ich glaube, dass die Angst, die man hat, wenn man an einem Abgrund steht, in Wahrheit vielmehr eine Sehnsucht ist. Eine Sehnsucht, sich fallen zu lassen - oder die Arme auszubreiten und zu fliegen."

(Isabel Abedi: Whisper)
...
Ab und an wird meine Welt von dem Gefühl durchzogen, den Menschen gegenüber, die mir nahekommen und mich berühren, zu leicht zerbrechlich zu sein. Dann neige ich dazu, in alte Verhaltensmuster zurückzukippen:
Ich will diesen Menschen Fallen stellen und sie dazu bringen, mich zu verletzen, damit ich einen Grund habe, mich zurückzuziehen und aufkommender Nähe zu entgehen. Seitdem ich das erkannt habe, bin ich regelmäßig damit beschäftigt, mich selbst aufs Kreuz zu legen und gehe ganz offen damit um, indem ich meine Seele auf dem Silbertablett präsentiere. Oder ich flüchte und ziehe mich sofort zurück. Was aber passiert wohl, wenn ich anfange, mich gegen die Angst zu wehren und mich von der Sehnsucht tragen lasse?

Manchmal schrumpfe ich mich in Gedanken. Dann stelle ich mir vor, dass ich auf der Handfläche eines mir nahestehenden Menschen stehe und mich an seinem Daumen festhalte. Bestimmt würde es sich geborgen anfühlen, wenn er seine Hand behutsam um mich herum schließen würde, gerade so, dass ich frei bleiben und zwischen seinen Fingern hindurchschlüpfen könnte, wenn ich es denn wollte. 
Für die Zukunft wünsche ich mir einen Menschen, der eines Tages seine Hand um mich legt und auf mich aufpasst, ohne mich einzusperren. Der es erkennt, wenn ich Panik bekomme und mich in solchen Momenten erdet. Der mich wertschätzt, liebkost und in meinem Sinne denkt, wie ich es in seinem tue. Ich wünsche mir das Vertrauen, genau das zuzulassen. Die Zeit, genau das wieder zu lernen. Und den Mut, meine Mausefallen abzuschaffen.

Kommentare

  1. Ich glaube mittlerweile, dass es verdammt schwer ist, einen Menschen zu finden, der einem sowohl die nötige Freiheit lassen als auch das richtige Maß an Geborgenheit vermitteln kann. Vielleicht ist es sogar unmöglich, weil es doch recht viel verlangt ist und das Freiheitsbedürfnis darüber hinaus auch unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Und ich muss dir gestehen, dass ich nichts mehr hasse, als vereinnahmt zu werden. Wenn ich jemanden mag, komme ich alleine zurück/suche den Kontakt. Alles andere macht mich rasend und lässt mich die Flucht ergreifen, auch auf die Gefahr hin, dass ich sehr viele Menschen vor den Kopf stoße... und das tue ich... meistens unabsichtlich, aber nicht immer...

    Vielleicht üben Häfen deshalb eine magische Anziehungskraft auf mich aus. Ein Ort zum Ankommen und Ankern und zugleich der Ausgangspunkt für neue Reisen. ;)

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    1. Das kann ich verstehen. Und ich glaube auch, dass es sehr schwer ist, einen Menschen zu finden, der einem die nötige Freiheit lässt und dennoch das richtige Maß an Geborgenheit vermitteln kann. Zudem denke ich, dass es ebenso schwierig ist, ein solcher Mensch zu sein. :-) Aber vielleicht kann man den Versuch anerkennen, so es denn ein ernster Versuch ist. Denn auch er ist ja bereits wertvoll.

      Bei deinen Zeilen musste ich daran denken, dass das bei mir ähnlich ist: Ich will gerne viel. Und tue gerne viel. Aber sobald man von mir fordert, dass ich etwas wollen oder tun soll, fühle ich mich unter Druck gesetzt und blockiere total. Dann kann ich nicht mehr von alleine wollen und werde zum Kaninchen vor der Schlange.
      Mmh. Ist das nachvollziehbar?
      Oder klingt das nach wirr aneinandergereihten Worten?

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    2. Klingt absolut nachvollziehbar. Bei mir ist es kein Kaninchen, sondern ein äußerst bockiger Esel. ;)

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