Vom Aufwachen

Ich sehne mich danach, von dir geweckt zu werden. Vollkommen nackt kniest du über meinem Gesicht, auf der Eichel deines harten Schwanzes glitzert ein Lusttropfen. Während ich noch verschlafen blinzle, schiebst du dich langsam, aber bestimmt, zwischen meine Lippen. Immer tiefer tauchst du in meinen Mund ein. Als du den Widerstand hinten, in meinem Rachen, überwindest, nimmst du mir die Luft. Mein Körper verkrampft sich. Du spürst es und stöhnst genüsslich. Zu wissen, dass ich dir nicht ausweichen, meinen Kopf nicht wegziehen kann, weil er von dir, deinem Schwanz, bereits tief in die Matratze gedrückt wird, gefällt dir.
Als du den tiefsten Punkt in mir erreichst, hältst du inne.
Wartest.
Spürst das Zucken, das in Wellen durch meinen Körper läuft.
Nimmst förmlich überdeutlich wahr, wie ich unwillkürlich, aber dafür sehr bereitwillig, meine Schenkel spreize.
Du lächelst in dich hinein. Weißt, dass du mich jetzt an dem Punkt hast, an dem du mich haben wolltest. Alle Widerspenstigkeit ist, …

Vom Zurückbleiben

Ich habe Ephraim sehr geliebt. Um genau zu sein, gibt es niemanden in meinem Leben, den ich jemals mehr geliebt habe. Es war eine unschuldige Liebe. Mit Herzklopfen, Zittern, grenzdebilem Grinsen, Wortfindungsschwierigkeiten, Schmetterlingen im Bauch, unbändiger Lust auf Sex, jeder Menge Gelächter und der Sehnsucht danach, sich regelrecht in dem anderen zu verkriechen. Wir waren ein Fass ohne Boden. Und haben uns beide in den jeweils anderen hineingestürzt. Leidenschaftlich und gedankenlos.
Bis der Abend, an dem er versucht hat, sich das Leben zu nehmen, alles veränderte.
Am allermeisten veränderte er uns beide.

Nachdem man uns unter Zwang räumlich von einander trennte und keinerlei Kontakt mehr zuließ, zog ich mich völlig zurück. Habe mit Drogen experimentiert und mich fast um die Ecke gebracht. Essen, schlafen, rausgehen. Alles war mir egal. Weil nichts mehr Sinn machte. Plötzlich stand ich alleine da. Mit so viel mehr Gefühlen, als ein einzelner Mensch in der Lage ist, zu tragen. Ephraims Verlust fühlte sich an, als hätte man mir einen Teil von mir selbst operativ entfernt. Während ich früher das Herz, extrovertiert und impulsiv, auf der Zunge trug, verschließe ich heute meine Gefühle lieber in mir. Ich lasse mich niemals zu Äußerungen hinreißen, die ich irgendwann bereuen könnte. Ich gehe nie mit jemandem im Streit auseinander. Es gibt keinen Abschied, bei dem ich nicht zuletzt etwas Gutes sage. Denn ich möchte nicht riskieren, meine letzten Worte bereuen zu müssen. Vor allem nicht bei Menschen, die mir etwas bedeuten oder bedeuten könnten.

Schon wieder ist ein Januar angebrochen. Bald jährt sich der Tag, der alles verändert hat. Während ich so weit in den Norden gezogen bin, wie es möglich war, die größtmögliche Entfernung zu Baden-Württemberg gesucht habe, hat es ihn zurück in meine Heimatstadt gezogen. Wann immer ich heute dorthin zu Besuch fahre, versuche ich die Angst, dass ich ihm begegnen könnte, zu verdrängen. Selbst eine Stadt, die 3,5 Millionen Einwohner hat, ist nicht groß genug für uns beide. Dafür haben wir uns zu sehr geliebt. 

Bis heute habe ich ernsthafte Schwierigkeiten damit, mich mit Herz und Kopf auf jemanden einzulassen, den ich wahrhaft lieben könnte. Weil ich Angst davor habe, etwas zu lieben, dessen Verlust mir erneut einen Schmerz zufügen könnte, den auszuhalten ich nicht fähig bin.
So fühlt es sich an, zurückgelassen zu werden.
Ich bin unvollständig.
Aber ich habe es gelernt, mich mit diesem Gefühl zu arrangieren.

(Ich hatte hier mal darüber geschrieben.
Vor langer Zeit.)

Kommentare

  1. Ich habe mir vor vielen Jahren geschworen, nie mehr, aber auch nie mehr die Zurückbleibende zu sein (wobei mir das erste Mal eigentlich schon das Genick gebrochen hat). In einem Moment, in dem ich tatsächlich mit so viel mehr Gefühlen und Schmerzen zu kämpfen hatte, als ein einzelner Mensch zu tragen in der Lage ist. (Melodramatisch... offenbar ging's ja doch, denn sonst säße ich nicht hier.^^) Das wollte ich nie wieder fühlen müssen. Deine eigene Welt bleibt stehen und ist nie wieder so wie zuvor... während andere über Diäten oder das Fernsehprogramm reden... Wären es körperliche Schmerzen gewesen, hätte ich mich mit Medikamenten zugeschüttet ... aber die Seele betäuben? Mit Drogen oder Alkohol zu experimentieren, lag mir nicht... Angst vor Kontrollverlust. Ich muss meine Sinne beieinander haben, sonst werde ich zickig.^^ Also habe ich nichts mehr an mich rangelassen und alles in mich reingefressen. Innerlich versteinert und eine Mauer drumrum gezogen. Sehr effektiv. An mich kam niemand ran - hat nur kaum einer gemerkt, weil ich äußerlich sehr umgänglich war. Als mir Jahre später (ich habe zwischendurch andere Kämpfe ausgefochten und war abgelenkt) bewusst wurde, wie sehr ich mittlerweile abgedriftet war, hatte ich den nächsten Absturz. So viele Jahre verschenkt und - seelisch völlig aus der Spur - richtig beschissene Entscheidungen getroffen (oder auch nicht). So lange als Alltagsroboter und Gefühlszombie durch die Gegend gelaufen. Immer auf der Flucht vor irgendwem oder irgendwas, was mir zu Herzen gehen könnte... aus Angst davor, dass mir das wieder weggenommen wird...

    Langes Mimimi, kurzer Sinn: Wäre ich nicht (obwohl das eigentlich nie mein Ziel war) Mutter geworden, wäre ich wohl ein ganz schräger Vogel geworden. Wahrscheinlich ein versteinerter Vogel.^^ Ich musste mich "gezwungenermaßen" mit Haut und Haaren auf jemanden einlassen. Noch nie habe ich jemanden so geliebt und noch nie habe ich mich so um jemanden gesorgt (und Gründe gab es einige). Es war streckenweise eine üble Rosskur, die mich mit meinen schlimmsten Seiten und meinen fiesesten Ängsten konfrontiert hat. Es gab kein Entkommen... und das war gut so. Die "verschenkten" Jahre kann ich zwar nicht zurückholen, aber die noch verbleibenden kann ich gefühl-voller leben. Und ich habe gelernt, dass ich auf vieles verzichten kann, weil es mir nichts bedeutet. Aber es ist mir unmöglich, ein Leben ohne Liebe, Berührungen (auch seelisch) und Lachen zu führen. Auch auf die Gefahr hin, dass es wieder schmerzt, weil manche (freundschaftlichen) Begegnungen eben nicht für die Ewigkeit gemacht sind und man nur ein Stück des Weges miteinander geht. Es ist wahrscheinlich illusorisch zu glauben, dass es ein Leben ohne Schmerzen gibt. Denn der Moment, in dem dir bewusst wird, was du verpasst hast, weil du aus Angst vor weiteren Verletzungen deine Gefühle weggesperrt hast... und in dem dir bewusst wird, wie viel Zeit du verschenkt hast... der ist auch verdammt schmerzhaft.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oh. Mein. Gott. Im Kommentarfeld sah das noch ganz harmlos aus.^^ Entschuldige bitte, dass ich dir hier so einen Roman reingeknallt habe!

      Löschen
    2. Danke für den langen Kommentar und die Zeit, die du dir dafür genommen hast. Es ist schön zu lesen, dass du das Gefühl kennst.
      Den Rest mag ich, glaube ich, einfach so stehenlassen. Deine Worte hallen noch in mir nach. Theoretisch weiß ich, dass du recht hast. Praktisch... ist das bei mir noch eine Baustelle.

      Löschen

Kommentar veröffentlichen

Willkommen im Zauberreich. Da dieser Blog ziemlich viel persönlichen Krimskrams enthält, lassen Sie uns einander doch duzen:

Schreib mir gerne einen Kommentar, bringe mich zum nachdenken, schmunzeln oder lachen. Aber bitte vergiss nicht, dass dieser Blog ein Spiegel meines Innen- und Gedankenleben ist. Ich würde mich demnach freuen, wenn du deine Worte sorgfältig wählst und behutsam mit den Dingen umgehst, die ich hier niederschreibe. Außerdem möchte ich dich darum bitten, mir deinen Namen oder wenigstens ein Kürzel unter dem Kommentar zu hinterlassen, damit ich weiß, mit wem ich es zu tun habe. Dankeschön!

Bitte beachte zudem, dass die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt werden. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung (https://zauberreich.blogspot.de/p/datenschutz.html) und in der Datenschutzerklärung von Google.

Beliebte Posts aus diesem Blog

Von Tagebuchsachen

Vom Aufräumen

Von Dingen