Vom Schwindel

In letzter Zeit ist mir oft schwindelig. Hauptsächlich dann, wenn ich mich hinlege oder mich im Liegen von einer Seite zur anderen umdrehe. Wenn ich aufstehe, verschwindet das Schwindelgefühl meistens. Nur morgens, direkt nach dem Weckerklingeln, begleitet es mich noch für ein paar Minuten. Dann muss ich aufpassen, dass ich keine abrupten Bewegungen mit dem Kopf vollführe, weil es mir sonst die Beine wegzieht. Vor kurzem hatte ich mir vorgenommen, deswegen mal zum Arzt zu gehen. Aber dann verschwand der Schwindel wieder.

Nun ist er, seit ein paar Tagen, wieder da. Morgens muss ich aufpassen, dass ich nicht zu schnell aufstehe und mich nicht zu ruckhaft bewege, damit ich nicht umfalle. Heute hatte ich, nach einem wirklich harten Arbeitstag, zum ersten Mal auch tagsüber etwas vom Schwindel. Auf der Heimfahrt, nach der Arbeit, hätte ich am liebsten, wie ein kleines Mädchen, losgeheult. Vor Erschöpfung, Wut und Frustration über die Herausforderungen, die mein Arbeitstag für mich bereithie…

Von Lösungen

Ich bin zu pragmatisch. Das liegt mir und meinem Wesen nahe. Über Fehler zu diskutieren und einen Schuldigen zu erörtern, empfinde als zutiefst ineffizient und überflüssig. Noch dazu liegt es mir nicht, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen und ihn an den Pranger zu stellen: "Du! Du hast einen Fehler gemacht.". Was gleichermaßen, wenigstens meiner Empfindung nach, impliziert: "Ich spreche mich von deinem Fehler frei. Mir ist dein Fehler nicht passiert.". Nein, das mag ich nicht. Fehler passieren, Menschen sind eben unvollkommen. Während man diskutiert, erörtert, streitet, suche ich nach einem Weg, den Fehler zu beheben. Immer mal wieder lerne ich, dass ich mit dieser Einstellung anecke. Das finde ich interessant. Und ganz besonders im beruflichen Alltag absolut paradox.

Heute habe ich fast 14 Stunden gearbeitet. Abends fühle ich mich aufgerieben. Der Tag hat alles, was ich an einem frischen Morgen an Schutzhülle aufbringen kann, um mich vor Ärger, Lärm und Hektik zu schützen, verbraucht. Mittlerweile trifft jeder Reiz auf gefühlt blankliegende Nerven. In diesen Momenten fehlt mir jemand, der mich in den Arm nimmt. Der mir sagt, dass es okay ist. Dass ich okay bin. Und das ich erschöpft sein darf.
Ich werde zum Übersensibelchen und ärgere mich damit selbst.
Zumindest so lange, bis ich merke, dass ich mich gerade albern verhalte.
Dann muss ich über mich selbst schmunzeln.

Kommentare

  1. Nach 14 Stunden Arbeit wäre ich tot.

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    1. Ich auch.

      Einer der Gründe, weshalb die wirklich harten Berufe fest in weiblicher Besetzung sind.

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    2. Liebes Muschelmädchen, Deine Art auf die Fehler anderer zu reagieren, mag ich sehr. Vermutlich hast Du auch die Bücher von James Herriot gelesen? Im zweiten Band gibt es eine Geschichte, da geht es auch darum, wie man die Fehler anderer trägt. Ich hoffe, ich kriege das auch immer so hin.

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    3. @DrSchwein + Rain

      Ach kommt, ihr seid doch Männer und keine Mimis... ;-)

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    4. @ Miss Whimsy

      Mmh? Nein, die Bücher kenne ich nicht. Ist das eine Buchempfehlung? Die nehme ich gerne! :-)

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    5. Ich bin da schon eher eine Mimi. Das können viele bestätigen.

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    6. Ich auch Mimi! Aber eine richtig große!

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