Vom Schwindel

In letzter Zeit ist mir oft schwindelig. Hauptsächlich dann, wenn ich mich hinlege oder mich im Liegen von einer Seite zur anderen umdrehe. Wenn ich aufstehe, verschwindet das Schwindelgefühl meistens. Nur morgens, direkt nach dem Weckerklingeln, begleitet es mich noch für ein paar Minuten. Dann muss ich aufpassen, dass ich keine abrupten Bewegungen mit dem Kopf vollführe, weil es mir sonst die Beine wegzieht. Vor kurzem hatte ich mir vorgenommen, deswegen mal zum Arzt zu gehen. Aber dann verschwand der Schwindel wieder.

Nun ist er, seit ein paar Tagen, wieder da. Morgens muss ich aufpassen, dass ich nicht zu schnell aufstehe und mich nicht zu ruckhaft bewege, damit ich nicht umfalle. Heute hatte ich, nach einem wirklich harten Arbeitstag, zum ersten Mal auch tagsüber etwas vom Schwindel. Auf der Heimfahrt, nach der Arbeit, hätte ich am liebsten, wie ein kleines Mädchen, losgeheult. Vor Erschöpfung, Wut und Frustration über die Herausforderungen, die mein Arbeitstag für mich bereithie…

Vom Selbstmitleid

"Es ist schwer zu ertragen, wenn du traurig bist.", sagt er.
Und ich schweige.

Am Freitag war die Beerdigung von meinem Opa. Und seitdem geht es mir überhaupt nicht gut. Dabei kann ich nicht mal sagen, was genau eigentlich los ist oder was mir fehlt. Mein Herz fühlt sich einfach schwer an. Als hätte man Zement hineingegossen. Bis in die letzte Faser meines Körpers hinein bin ich müde. Mein Körper reagiert auf meinen emotionalen Zustand mit Fieber. Das hat er schon gerne getan, als ich noch ein Kind war. Deshalb weiß ich auch, dass der einzige Weg, aus dieser Phase herauszukommen, darin besteht, weiterzumachen. Einfach aufzustehen und anzufangen, die Dinge anzupacken.
Aber dazu fehlt mir die Lust. Ich habe zu gar nix Lust. Nicht einmal zum bloggen. Obwohl schreiben eigentlich immer geht. Stattdessen will ich mich einfach zurückziehen, die imaginären Stacheln nach außen fahren, unberührbar scheinen und einfach nur traurig sein.
So viel Selbstmitleid in so einem kleinen Menschen.
Obwohl ich für gewöhnlich Frau-Pragmatismus höchstpersönlich bin.
Und Selbstmitleid hasse.


(https://stocksnap.io/photo/5Y2TVGW2D1, 22.10.2017)

Kommentare

  1. Trauer braucht Raum, zuerst wohl ganz unmittelbar um Dich herum. Und den schaffst Du Dir anscheinend gerade mit der Abgrenzung nach außen. Bis Du soweit bist und wieder mehr bewältigen kannst.

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