Vom Schwindel

In letzter Zeit ist mir oft schwindelig. Hauptsächlich dann, wenn ich mich hinlege oder mich im Liegen von einer Seite zur anderen umdrehe. Wenn ich aufstehe, verschwindet das Schwindelgefühl meistens. Nur morgens, direkt nach dem Weckerklingeln, begleitet es mich noch für ein paar Minuten. Dann muss ich aufpassen, dass ich keine abrupten Bewegungen mit dem Kopf vollführe, weil es mir sonst die Beine wegzieht. Vor kurzem hatte ich mir vorgenommen, deswegen mal zum Arzt zu gehen. Aber dann verschwand der Schwindel wieder.

Nun ist er, seit ein paar Tagen, wieder da. Morgens muss ich aufpassen, dass ich nicht zu schnell aufstehe und mich nicht zu ruckhaft bewege, damit ich nicht umfalle. Heute hatte ich, nach einem wirklich harten Arbeitstag, zum ersten Mal auch tagsüber etwas vom Schwindel. Auf der Heimfahrt, nach der Arbeit, hätte ich am liebsten, wie ein kleines Mädchen, losgeheult. Vor Erschöpfung, Wut und Frustration über die Herausforderungen, die mein Arbeitstag für mich bereithie…

Von Topf und Deckel

Laut dem Rest der Welt sind wir Ernie und Bert, Topf und Deckel, Wallace und Gromit, Waldorf und Statler, Arsch und Eimer. Beide in der gleichen Stadt geboren, nur wenige hundert Meter von einander entfernt die Kindheit verbringend, lernen wir uns jedoch erst 29 Jahre später kennen. Dabei stellen wir fest, dass wir nicht nur die gleiche Sprache sprechen und einander ergänzen, sondern sogar gleich denken. Jeder von uns wohnt im Kopf des anderen. Uns reicht ein Blick, um zu wissen, was der andere denkt. Oftmals brechen wir in Anwesenheit von anderen Menschen unvermittelt in herzliches Gelächter aus, welches sich noch intensiviert, wenn wir in die verständnislosen Gesichter in unserer Umgebung blicken. Es gibt keinen Menschen auf dieser Welt mit dem ich so lachen kann: Wir lachen bis uns die Tränen über das Gesicht laufen und der Bauch wehtut. Dabei erklären wir uns gegenseitig mit viel Phantasie die Welt, denken uns aus, wie Rauhhaardackel entstehen und phantasieren davon, wie wir später, als ganz alte Damen, Rollatorwettrennen auf der Landstraße fahren werden.

Heute heizen wir viel zu schnell auf der linken Spur über die Autobahn. Wir tragen Sonnenbrillen und halten jeweils einen Arm aus dem Fenster, während wir auf unseren Sitzen zur laut aufgedrehten Musik umherhibbeln und vollkommen inbrünstig singen:

"I was born to love you
with every single beat of my heart
yes, i was born to take care of you
every single day of my life
I wanna love you, i love every little thing about you
i wanna love you, love you, love you"

(Queen: Born to love you)

Natürlich kann keine von uns beiden singen. Aber das hindert uns nicht daran, alle Leidenschaft, die wir aus der letzten Faser unseres kleinen Zehs ziehen, in diesen  Song zu legen. Als er endet, sind wir ganz außer Atem. Ich spüre, dass sie mich ansieht und fange ihren Blick auf. Sie lächelt. "Bei diesem Lied muss ich immer an dich denken.", sagt sie. Das Glück kitzelt sich durch meinen Körper. Jeder Mensch sollte so eine verrückte, liebenswerte Person wie sie an seiner Seite haben.


(03.06.2017)

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