Von 33 Fragen an Frauen / 1-11

Zurzeit mag ich keine Freitexte schreiben. Aber das macht ja nichts, weil das Internet ein stetiger Quell der Freude ist. So bin ich über einen (wenig anspruchsvollen) Artikel in der Welt gestoßen, in dem Männer Fragen an Frauen stellen, deren Antwort sie angeblich schon immer mal interessiert hat. Weil ich gerade selbst dabei bin eine Liste von Mädchenfragen zu erstellen, die ich Männern schon immer mal stellen wollte, nutze ich die Gelengeheit und hangle mich mal durch den Wust an mehr oder minder seltsamen Fragen.

Quelle: 33 Dinge, die Männer gern von Frauen wissen wollen, von welt.de
1. Sollen wir Euch auf der Straße ansprechen?

Ja. Ein paar alternative Vorschläge habe ich trotzdem noch:
in der Bahn (Bahngespräche können bezaubernd sein, wenn der Mann interessant ist. Und irgendwie sind sie wild romantisch, weil sie immer mit einem Abschied enden.)in einer Buchhandlung (Mein Favorit! Männer die lesen sind sehr attraktiv!)in einer Kneipe (Wobei es hierbei von Vorteil wäre, wenn du, …

Von der zweiten Chance

"Ich habe eine Lieblingsgeschichte. Ein Mann und eine Frau lernen sich in einem Hotel kennen, das ein Treffpunkt für Alleinstehende ist. Sie tanzen miteinander am Samstagabend. Er sagt: 'Ich bin nur dieses eine Wochenende hier.' Sie antwortet: 'Ich tanze so schnell ich kann.'"



(Barbara Gordon: Ich tanze so schnell ich kann)

Irgendwas läuft schief. Alles geht zu schnell und nach einem Essen bei einem Italiener landen wir im Hotel. Ich erinnere mich an Bruchstücke. Seine Hand in meiner Hose, die gute Rasur lobend. Und auf meinem Bauch. Den ich nicht einmal selbst gerne berühre, geschweige denn gerne durch einen anderen Menschen anfassen lasse. Die Panik mit einem Mann zu schlafen, der mir zwar vertraut, aber irgendwie in seiner Körperlichkeit auch fremd ist. Die Art, wie er mich von sich wegdrückt. Das Hinausbugsieren. Die Enttäuschung, die in seinem Blick liegt, werde ich niemals vergessen. Ich kann mich erinnern, dass ich, nachdem ich verabschiedet wurde, ein paar Momente im Flur des Hotels stehe. Mit dem Drang, umzukehren und erneut an seine Tür zu klopfen, kämpfend. Aber ich entscheide mich dagegen. Weglaufen ist so viel einfacher. Ich gehe zur Bahn, fahre heim und rede mir dabei ein, dass ich mir dieses Gefühl, eine Enttäuschung zu sein, einbilde. Doch als ich auf meine Nachrichten keine Antwort mehr erhalte, intensiviert sich mein Fühlen.
Am nächsten Tag bestätigt sich das vage Gefühl in Form einer ziemlich zielsicher platzierten, verbalen Ohrfeige. Die in ihrer Wucht so heftig ist, dass ich es am Abend nicht aushalte alleine zu sein und mich stattdessen völlig verwirrt durch die Stadt treiben lasse. Solange bis ich weder das Viertel noch die Straßen kenne. Ich verlaufe mich. Dabei versuche ich die ganze Zeit zu rekonstruieren, was passiert ist, analysiere mein Verhalten bis in die kleinsten Details, versuche zu verstehen, was ich getan habe. Aber es gelingt mir nicht. Überhaupt nicht. Ich habe keine Erklärungen. Aber eine Rasierklinge. Also kompensiere ich Unverständnis mit Selbsthass. Wochen später lasse ich alles, was mich an diesen Abend erinnert, verschwinden. Ich beschließe, jede Erinnerung daran auszuradieren.

Heute gibt es die Möglichkeit, dieses Treffen zu wiederholen. Das ruft verschiedene Gefühle in mir hervor: Zuneigung, Lust und Neugier kribbeln sich durch meinen Körper. Aber ich bin auch zutiefst verunsichert. Drei Jahre später bin ich weder jünger noch schöner geworden. Dafür haben sich meine Gefühle intensiviert. Dennoch habe ich nicht vergessen, wie nachhaltig verletzt ich nach dem letzten Treffen war. Wie es mich verändert hat. Ich habe Angst. Wirklich Angst. Denn er hat ein gutes Gespür dafür, wo er die Fingerspitze hinlegen muss, damit es wirklich weh tut. Zu gut.
Und ich frage mich, ob es nicht Selbstbetrug ist, einem Treffen eine zweite Chance zu geben. Denn wir hatten unsere Chance. Und ich war die falsche Person. Daran gab es keinen Zweifel. Ich war anders als erwartet, habe Fehler gemacht, war zu sensibel, zu kompliziert, zu verklemmt, zu wehrhaft, zu verständnislos und vermutlich noch vieles mehr. Die Wahrscheinlichkeit, dass aus einer Person, die man nicht gesucht hat, der Mensch wird, den man finden wollte, ist doch verschwindend gering, nicht wahr?




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