Vom Schwindel

In letzter Zeit ist mir oft schwindelig. Hauptsächlich dann, wenn ich mich hinlege oder mich im Liegen von einer Seite zur anderen umdrehe. Wenn ich aufstehe, verschwindet das Schwindelgefühl meistens. Nur morgens, direkt nach dem Weckerklingeln, begleitet es mich noch für ein paar Minuten. Dann muss ich aufpassen, dass ich keine abrupten Bewegungen mit dem Kopf vollführe, weil es mir sonst die Beine wegzieht. Vor kurzem hatte ich mir vorgenommen, deswegen mal zum Arzt zu gehen. Aber dann verschwand der Schwindel wieder.

Nun ist er, seit ein paar Tagen, wieder da. Morgens muss ich aufpassen, dass ich nicht zu schnell aufstehe und mich nicht zu ruckhaft bewege, damit ich nicht umfalle. Heute hatte ich, nach einem wirklich harten Arbeitstag, zum ersten Mal auch tagsüber etwas vom Schwindel. Auf der Heimfahrt, nach der Arbeit, hätte ich am liebsten, wie ein kleines Mädchen, losgeheult. Vor Erschöpfung, Wut und Frustration über die Herausforderungen, die mein Arbeitstag für mich bereithie…

Vom inneren Druck

Manchmal sehne ich mich nach einer Berührung. Der wohl intimsten Berührung, die es für mich gibt. Sie ist nicht sexueller Natur. Und trotzdem ist sie so viel bedeutsamer. Ich sehne mich nach jemanden, der sich vor mich setzt und seine Hände um meine Handgelenke legt. Der seine Daumen dorthin schiebt, wo man meinen Puls fühlen kann und sie unter leichten Druck dort ruhen lässt. Dabei nicht mit mir spricht, aber mir, indem er meinen Blick hält, das Gefühl vermittelt, dass alles gut ist. Und das es okay ist. Und dass es vorbei geht. Dass es manchmal nur darum geht, zu atmen und zwei, drei, vierhundertundfünf Momente vorbeiziehen zu lassen. Bis das Bedürfnis, körperlichen Schmerz zu fühlen, allmählich schwindet.

Manchmal jogge ich in diesen Momenten einfach los. Das hilft. Heute setze ich Musik dagegen. Das entpuppt sich nicht als die beste Wahl, weil ich irgendwann am frühen Abend ein paar alte Bands ausgrabe, die ich vor vielen Jahren in einer Phase, in der umgedrehte Kreuze und schwarze Kleidung einen großen Teil meines Lebens einnahmen, gehört habe - nicht gerade lebensbejahende Musik. Alles, wie immer, ganz okay, bis ich nicht mehr widerstehen kann und "12 Black Rainbows" von Type O Negative anschalte. Von da an geht es wie gewöhnlich abwärts. Von Sekunde zu Sekunde werde ich unsicherer, wie lange ich die Spannung in meinem Körperinneren noch aushalten kann.

Aber es geht schon.
Wenn ich die Kuppen von Zeigefinger und Daumen fest zusammendrücke, habe ich das Gefühl, ein bisschen besser atmen zu können. Einfach die Musik noch ein bisschen lauter drehen. Den Kopf frei pusten lassen.


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