Von 33 Fragen an Frauen / 1-11

Zurzeit mag ich keine Freitexte schreiben. Aber das macht ja nichts, weil das Internet ein stetiger Quell der Freude ist. So bin ich über einen (wenig anspruchsvollen) Artikel in der Welt gestoßen, in dem Männer Fragen an Frauen stellen, deren Antwort sie angeblich schon immer mal interessiert hat. Weil ich gerade selbst dabei bin eine Liste von Mädchenfragen zu erstellen, die ich Männern schon immer mal stellen wollte, nutze ich die Gelengeheit und hangle mich mal durch den Wust an mehr oder minder seltsamen Fragen.

Quelle: 33 Dinge, die Männer gern von Frauen wissen wollen, von welt.de
1. Sollen wir Euch auf der Straße ansprechen?

Ja. Ein paar alternative Vorschläge habe ich trotzdem noch:
in der Bahn (Bahngespräche können bezaubernd sein, wenn der Mann interessant ist. Und irgendwie sind sie wild romantisch, weil sie immer mit einem Abschied enden.)in einer Buchhandlung (Mein Favorit! Männer die lesen sind sehr attraktiv!)in einer Kneipe (Wobei es hierbei von Vorteil wäre, wenn du, …

Vom Untrennbaren

"Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn."
 (Rainer Maria Rilke: Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen)

Wenn man es genau nimmt, wusste ich, dass sich etwas ändert, als ich meine Großeltern das letzte Mal gesehen habe. In den vergangenen Jahren ist mein Opa in sich zusammengefallen. Die Demenz hat ihn zu einem glücklicheren Menschen gemacht, weil er endlich die Kriegserinnerungen, die Bilder, die sich im Schützengraben in seine Seele hineingebrannt haben, vergessen konnte. Gleichermaßen hat er aber an Selbstbewusstsein verloren. Die Unsicherheit, die in seinem Blick liegt, ist nicht zu übersehen. Denn er spürt, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Er hat eine Ahnung davon, dass er Dinge vergisst. Zumindest in seinen klaren Momenten.
Anfangs wirkte er manchmal nur leicht verwirrt: Im Supermarkt kaufte er statt Kartoffeln Schokolade, verpasste Arzttermine oder vergaß, den Herd auszuschalten. Später verirrte er sich in der Stadt und fand den Weg nicht mehr nach Hause. Alles ging so schnell. Und schließlich kam der Tag, an dem er begann, die Menschen nicht mehr wiederzuerkennen. Es fiel mir unglaublich schwer, ihm nicht zu zeigen, wie weh es tat, dass er mich schließlich nicht mehr erkannte. Ich wollte ihm nicht mit dem Gefühl belasten, etwas falsch gemacht zu haben, wollte sie nicht sehen, diese Unsicherheit, den Schmerz, etwas falsch gemacht zu haben, in seinem trüben Blick.
Heute morgen wurde mir erzählt, dass er morgen in ein Pflegeheim zieht. Meine Oma bleibt zurück. Sie schafft es, mit über 90 Jahren, nicht mehr, sich um ihn zu kümmern. Allein dass sie dies jetzt erkennt und ausspricht, ist ein riesiges Alarmzeichen. Dennoch fühlt es sich für mich an, als würden wir Opa aufgeben. Meine Großeltern sind über 70 Jahre mit einander verheiratet. Sie kennen einander in- und auswendig, sind ein Herz und eine Seele. Sind so voll tiefer Liebe für einander. Kein Tag ist in den letzten 25 Jahren vergangen, an dem sie nicht an der Seite des anderen waren. Und nun kommt es mir vor, als würden wir ewas Untrennbares mit Gewalt trennen. Das fühlt sich vollkommen falsch an.

Kommentare

  1. Dass wir alle immer älter werden (können), hat also einen unerwarteten Effekt auf unsere Leben und die, die wir lieben: Jahrtausende lang war der Abschied von ihnen ein plötzlicher, ohne die Möglichkeit einer Vorbereitung
    In der großen Mehrheit der Fälle ein körperliches Gebrechen, oft ein plötzlicher Tod, der die Angehörigen urplötzlich herausriss aus dem vertrauten Gefüge, sie von jetzt auf nachher in eine neue Situation hineinschubste.

    Heute sind die Abschiede mehr und mehr von angekündigterer Natur - körperlich noch funktionsfähige Menschen entwickeln mentale Erkrankungen, die sie scheibchenweise und in einem längeren Prozess von uns wegzerren, sie zurückschieben in das Stadium unselbständiger Kleinstkinder.
    Ein rollback des Lebenslaufs, den die Angehörigen hilflos mit ansehen müssen, statt sich kurz und schmerzvoll dem plötzlichen Abschied stellen zu müssen.

    Ich weiß nicht, was besser ist oder wofür der Mensch eher "gemacht" wurde.
    Vielleicht geht die langsame, schrittweise Loslösung von einem Menschen in dem Bewusstsein, dass es ihn in der Form, wie man ihn gekannt hat, ohnehin in Kürze nicht mehr geben wird, doch leichter?

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