Vom Schreien

Ich schreie nie, beiße normalerweise nicht um mich und verletze Mitmenschen niemals absichtlich. Und dennoch ist mir gerade danach, genau das zu tun. Ich möchte einfach losbrüllen. Wie verrückt, wie am Spieß und vollkommen unkontrolliert, solange, bis mir die Stimme ausgeht. Aus Wut, aus Frustration, aus verletzten Gefühlen heraus. Zum Abbau von Stress und Druck und überbordenden Emotionen.
Aber ich bleibe still.

Wieviel Kraft mich das wirklich kostet, zeigt mir meine allabendliche Gemütslage. Ich bin, was ungewöhnlich für mich ist, unfassbar nahe am Wasser gebaut. Zurzeit schlafe ich unglaublich früh ein. Denn sobald ich Zuhause bin, überfällt mich eine bleierne Müdigkeit, der ich mich nicht zu entziehen vermag. Trotzdem finde ich mich vier Stunden später hellwach in meinem Bett wieder. Zähle die Stunden bis zum Weckerklingeln runter. Noch immer rasend wütend. Und in Gedanken brüllend.
Morgens bin ich müde.

Das soll vorbeigehen.
Ich will nicht so wütend sein.

Von den Herausforderungen der letzten Woche

Gott schläft im Stein,
atmet in der Pflanze,
träumt im Tier,
wacht auf im Menschen.“
(Angelus Silesius)

Puh. Wo fange ich an? Ich bin vollkommen überdreht von der Woche. Sie beginnt damit, dass ich, auf Anweisung meiner Geschäftsführung, meinen besten Mitarbeiter kündigen muss. Aus wirtschaftlichen Gründen, die ich selbst nicht verschuldet habe. Bis aufs Blut habe ich mich mit der Chefetage darüber gestritten, dass ich das nicht möchte, und hatte doch keine Chance. Also wähle ich den Weg, der mir am ehesten liegt: Ich hole mir den Mitarbeiter ins Büro und lege alle Karten auf den Tisch. Bin absolut ehrlich.
weiter im verschlüsselten zauberreich

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